Worüber reden wir eigentlich, wenn wir Social Media verbieten wollen?
Shownotes
„Kinder- und Jugendanwältinnen gegen Social-Media-Verbot" – so lautete die Schlagzeile, als die Kinder- und Jugendanwaltschaft ihr Positionspapier veröffentlichte. Aber so einfach ist es nicht. In dieser Folge sprechen wir mit Johanna Fellinger, Kinder- und Jugendanwältin aus Salzburg, darüber, warum ein pauschales Verbot kein wirksamer Kinderschutz ist – und was stattdessen gebraucht wird.
Es geht um den Unterschied zwischen „Verbot" und „Altersbeschränkung", um die Frage, welche Dienste wir eigentlich meinen (TikTok? YouTube? Spotify?), und um die unbequeme Erkenntnis, dass sich das Problem nicht an Eltern, Schule oder Politik allein delegieren lässt. Dazwischen: das australische Worst-Case-Szenario, der Digital Services Act, die handyfreie Klasse am BRG Salzburg – und warum der beliebte Vergleich mit Alkohol hinkt.
Themen der Folge:
- Warum „Social-Media-Verbot" das falsche Wort für ein echtes Problem ist
- Wie man das Framing richtig setzt: Risiken und Nutzen voneinander trennen
- Weshalb 17-Jährige ein Verbot befürworten und 12-Jährige es ablehnen
- Was Plattformen verdienen – und welche Verantwortung sie tragen müssten
- Sollte man YouTube, Meta & Co. eher wie Verlage behandeln?
- Kinderrechte als Wertefrage: Privatsphäre, Teilhabe, Schutz
- Die handyfreie Klasse aus Sicht der Partizipation
- Mit Kindern reden statt über sie
Unser Gast:
Johanna Fellinger, Kinder- und Jugendanwältin in Salzburg. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften der österreichischen Bundesländer treten zu bundesweiten Themen gemeinsam auf, um Kinderrechte zu stärken.
Erwähnt in der Folge:
Positionspapier der Kinder- und Jugendanwaltschaften zu Altersbeschränkungen in sozialen MedienSafeerinternet.at Österreich„Der Online Zoo" – Kinderbuch (gefördert von der EU, in Zusammenarbeit mit der ISPA / Internet Service Providers Austria)Digital Services Act (DSA) der EUDas australische Modell der AltersbeschränkungKIJA on Air – die Radiosendung der Kinder- und Jugendanwaltschaft, jetzt auch auf SpotifyVorherige Folge: Florian Wachter, Direktor des BRG Salzburg, über die smartphonefreie KlasseVorherige Folge: Doppelmoral – wenn Eltern von Kindern fordern, was sie selbst nicht einhalten Kopf hoch. Technologien im Griff und nicht im Weg.
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Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo Marlene!
00:00:02: Hallo Max.
00:00:03: Willkommen zu Kopf hoch Technologien im Griff und nicht im Weg.
00:00:07: Wir sind heute hier remote und unsere Gästin ist Johanna Fenninger Kinder- und Jugendanwältin aus Salzburg.
00:00:14: Herzlich willkommen, Johanna.
00:00:15: Herzlich Willkommen Vielen Dank für die Einladung.
00:00:20: Ja wir wollen uns heute über das Thema unterhalten Kinderschutz, Kinderrechte, Kinder-und Jugendschutz in weitesten Sinne dem sozusagen ein bisschen mittlerweile leidigen Thema Social Media-Verbot in vielerlei Hinsicht leidig, so zu sagen.
00:00:40: Wie es diskutiert wird oder sagen wir also Leidig ist vielleicht der falsche Ausdruck aber wir wollen uns heute um diesen Thema annähern was sehr viele verschiedene Perspektiven hat und eine die für uns extrem spannend ist natürlich die der Kinder- und Jugendanwaltschaft die da auch ne ganz eindeutige Position in Form eines Positionspapiers bezogen hat.
00:01:01: Und wir freuen uns jetzt schon sehr aufs Gespräch mit dir, Jana!
00:01:05: Ich freue mich auch schon, danke!
00:01:08: Dann, genau starten wir mal rein.
00:01:10: Wir haben ja – also ich habe es gerade vor einem Vorgespräch schon gesagt – die Perspektive der Kinderrechte da einbringen und darüber sprechen Und ich muss auch dazusagen, also eben Johanna du warst einer der ersten Gästenen die ich im Kopf hatte.
00:01:28: Vor allem weil gerade zu der Zeit als wir das gestartet haben, habt ihr dieses Positionspapier rausgebracht und da war, also ich kann mir erinnern so diese ersten Schlagzeilen bei immer Kinder- und Jugendanwältinnen sind gegen das Social Media Verbot.
00:01:42: dann gab es auch dieses eben das ZIPZWEI Interview und genau das war eine Zeit natürlich wo... im ersten Moment dann auch so ein bisschen stutzig geworden bin und man gedacht hat, okay interessant.
00:01:52: Also die, die eigentlich für diesen Kinderschutz einstehen, die sagen dieses Verbot wollen wir nicht.
00:01:59: aber ja wir haben uns natürlich auch näher damit auseinandergesetzt und da merkt man dann schon worum es wirklich geht.
00:02:06: und genau das ist jetzt also die erste Frage warum ist eigentlich so dieses Verbot aus Sicht der Kinder- und Jugendanwaltschaft gerade kein guter kinderschutz?
00:02:19: Ja Max, du hast gesagt wir haben eine eindeutige Position bezogen.
00:02:23: Ich muss jetzt ein bisschen aufpassen in dem Gespräch mit euch dass ich da jetzt differenzier wenn mich auf unser Positionspapier beziehe und wenn vielleicht auch meine eigene Meinung durchschwingt weil wir sind eben neuen Kinder- und Jugendanwältinnen in den neuen Bundesländern Wir sind unabhängig voneinander Und uns ist es immer ganz wichtig das wenn es so ein Wichtiges bundesweites Thema gibt, das wir uns da zusammen tun und dass wir schauen, dass wir gut mit einer Stimme auftreten, damit wir eben Kinderrechte österreichweit möglichst gut stärken können.
00:03:00: Und es war also das ist manchmal gar nicht so leicht ja und gerade das Social Media Thema Das ist wirklich ein komplexes Thema, das man von ganz vielen unterschiedlichen Seiten her betrachten kann.
00:03:15: Wenn man ist es schon gewohnt, wenn man mit Medien arbeitet.
00:03:19: Dass man feildern macht.
00:03:21: ein tolles zehnseitiges Positionspapier und die Headline ist dann Kinder- und Jugendanwältinnen gegen Social Media Verbot Und so einfach kann man's nicht sagen.
00:03:32: Wir sind erstens einmal haben wir ein Problem mit dem Begriff Social Media Verbot.
00:03:38: Wir reden über Altersbeschränkungen.
00:03:42: Wir sind nicht per se gegen Alters-Beschränkung, Altersbeschränkung sind wichtig.
00:03:47: auch im digitalen Raum sind Alters beschränkungswichtig und wir fordern seit vielen, vielen Jahren zum Beispiel wirksame Alters Beschränkunge wenn es z. B. um den Zugang zu jugendgefährdientem Inhalten geht.
00:04:00: eine Katastrophe, wir reden über Social Media-Verbot und seit fast jetzt Jahrzehnten können junge Menschen mit einem Klick auf die wirklich verstörendsten pornografischen Inhalte zugreifen.
00:04:13: Wir brauchen Altersbeschränkungen aber eben der Begriff Social Media Verbot schwingt halt wieder so mit Die Jugend macht was falsch und deswegen müssen wir ihnen etwas verbieten.
00:04:26: Also das ist der eine Punkt, der uns wichtig war.
00:04:30: Und der zweite Punkt ist also Marlene wie gesagt wieso muss Social Media verboten?
00:04:35: kein wirksamer Kinderschutz?
00:04:37: Eine alters Beschränkung kann Ganz wichtige Maßnahme sein, aber eben nur eine von vielen.
00:04:46: Weil man muss dieses Thema Social Media und digitale Nutzung – das ist ein sehr komplexes Thema!
00:04:52: Man braucht da mehrere Dimensionen auf denen man arbeitet.
00:04:56: Und deswegen war uns eben wichtig im Positionspapier darzulegen... auf welchen Ebenen unserer Meinung nach gearbeitet werden muss und was uns auch ganz wichtig ist, dass eben mit den Betroffenen gearbeitet wird.
00:05:12: Dass nicht über die Köpfe von Kindern und Jugendlichen hinweg entschieden wird, sondern dass wir sie mitnehmen bei diesem Diskurs.
00:05:20: Du hast jetzt zwei Sachen angesprochen, die für mich extrem wichtig sind.
00:05:23: Einerseits die Reaktion der Medien auf das Papier war, das so verdichten auf ein Headline im Form von Kinder- und Jugendanwaltschaft gegen Social Media Verbot – was ja implizit auch sagt Ja, die wollen jetzt das... also übersetzt heißt es ja.
00:05:36: Die wollen jetzt auf gar keinen Fall dass man da was zutreht.
00:05:38: Das soll zu weitergehen wie bisher und du hast jetzt eindeutig auch klar gesagt hey so einfach ist es nicht weil die Art und Weise wie wir zur gewünschten Lösung kommen ist aus der Sicht der KIA nicht die richtige wenn wir in Form dieses Social Media Verbots dort das Medial verhandeln das grundsätzlich verhandelt und das Problem betrachten.
00:05:59: Und das zweite was ich gehört habe ist der Begriff social media ist problematisch, weil er das eigentliche Problem sozusagen nicht richtig umreißt oder sozusagen das Framing falsch setzt.
00:06:11: Wie setzt mir ein letztes Framing richtig?
00:06:12: Was sind denn jetzt die Themen worauf wir eigentlich schauen sollten.
00:06:15: und wenn du jetzt in einer Idealwelt sagen kannst so und so müsst es funktionieren aus Sicht des Kinder- und Jugendschutzes wie müsste das funktionieren?
00:06:24: also ich muss mich sehr oft als Kinder-und Jugendanwältin zu vielen unterschiedlichen Themen äußern ganz oft nicht die Expertin fachlich für dieses Thema.
00:06:35: Ich bin eine Expertin im Bereich Kinderrechte, ich glaube es wäre der richtige Zugang einerseits eben auf mehreren Dimensionen einerseits mit Expertinnen sich auszutauschen.
00:06:49: Es gibt in Österreich wirklich sehr viele Expertinnen im Bereich digitaler Medien, Internet und Jugendschutz.
00:06:56: also ich möchte jetzt zum Beispiel nur zum Beispiel für Internet Österreich nennen.
00:07:03: Ich habe zum Beispiel, ich bin jetzt ein bisschen verspätet zu diesem Termin gekommen.
00:07:06: Weil ich habe gestern bei einer Veranstaltung und hab da ein volles netter Kinderbuch gefunden und mir mitnehmen dürfen.
00:07:14: Das heißt der Online Zoo.
00:07:17: Und da habe ich jetzt vorher kurz durchgeblättert das ist eben von Safer Internet von Europäischen Union gefundet und auch die ISPA, die Internet Service Providers Austria haben da mit gearbeitet Und es ist so ein tolles Kinderbuch, wo es eben um die Gefahren- und Herausforderungen aber auch den Nutzen von digitalen Welten geht für Kinder.
00:07:38: Ich schätze also sicherlich ab dem Volksschulalter total cool erklärt.
00:07:44: Also es gibt viele Expertinnen und Experten mit denen man sich zusammensetzen sollte, um zum Beispiel mal zu erklären... Wo gibt es denn wirklich die Risiken?
00:07:54: Wenn wir über eine Altersbeschränkung für Social Media Dienste reden, welche Social Media-Dienste haben wir da eigentlich vor Augen.
00:08:04: Und wenn wir Risiken identifiziert haben, wo müssen wir den Nutzen?
00:08:10: Wo haben wir Servicesdienste von denen unsere Kinder und Jugendlichen profitieren, die wichtig sind dass sie sich damit auskennen?
00:08:21: Und wie können wir jetzt am besten das auseinandertröseln, dass wir datenschutzkonform die Risiken minimieren und aber nach Möglichkeit den Nutzen für die Kinder- und Jugendlichen erhalten?
00:08:33: Und eben was auch ganz wichtig wäre.
00:08:35: Auch in dem zweiten Schritt wäre halt dann auch die betroffenen Kinder-und Jugendlichen mitzunehmen.
00:08:42: Wir hatten immer sehr, sehr hohes Medienecho mit unserem Positionspapier – das waren mehrere glückliche Umstände!
00:08:51: Und wir hatten jetzt tatsächlich auch Austausch mit dem zuständigen Kabinett, das für die Digitalisierung zuständig ist und es hat jetzt auch Partizipationsrunden gegeben in Wien wo Jugendliche ab siebzehn Jahren eingeladen wurden.
00:09:09: Auch ihre Meinung kund zu tun oder mit denen gearbeitet wurde.
00:09:12: ich war leider selber nicht beteiligt Ja, aber da muss man auch sagen Jugendliche ab siebzehn zu befragen.
00:09:19: Wie steht es jetzt um Social Media?
00:09:21: Verbot?
00:09:21: also die meisten siebzenjährigen, die wir so gefragt haben, die sagen ja sicher super verbietet das und wenn man an zwölfjährigen fragt er sagt na bitte nicht.
00:09:29: Also man müsste dann schon noch die Zielgruppe fragen, die tatsächlich betroffen ist dann auch von einem social media Verbot.
00:09:37: Und der nächste Schritt wäre dann vor allem, wenn man eben jetzt von den Altesbeschränkungen einmal weggeht Was für andere Begleitmaßnahmen braucht es?
00:09:47: Wo müssen wir zum Beispiel Medienbildung stärken, wo müssen die Eltern Arbeit stärken.
00:09:52: Weil eben die Altersbeschränkung also irgendwann... Also wenn eine Alters-Beschränkung, ja dann positionieren wir uns ganz klar das maximal bis zum vierzehnten Lebensjahr.
00:10:03: Das heißt spätestens ab Den vierzehnten Lebensjahr haben wir dann Jugendliche im digitalen Raum und wir müssen sie darauf vorbereiten, dass es sich sicher und selbstbestimmt in diesen digitalen Raumen bewegen können.
00:10:15: Und gleichzeitig brauchen wir aber auch kompetente Eltern.
00:10:22: Es ist eben ein sehr vielschichtiges Thema, es kommt sehr viel.
00:10:25: wenn Risiken reden, dann reden wir ja auch nicht nur darüber dass jetzt Teenager sich im digitalen Raum bewegen sondern wir haben Kleinstkinder die im Kinderwagen sitzen mit dem Tablet in der Hand.
00:10:41: Wir haben Kinder Babys auf eine Interaktion angewiesen sind mit ihren Eltern damit sie sich gesund entwickeln können und diese Interaktionen nicht mehr bekommen weil die Eltern selber sehr stark am Handy hängen und da gefangen sind.
00:10:58: Also das ist so ein vielschichtiges Problem, ich bin einfach immer sehr skeptisch wenn seitens der Politik mittels verboten einfache Lösungen programmiert werden die dann de facto nicht den Schutz bringen denen es braucht.
00:11:18: Das ist der Grund, warum ich das Thema als Leid bezeichnet habe.
00:11:20: Weil ich glaube dass es sozusagen die Art und Weise wie wir jetzt darüber diskutieren die falsche ist grundsätzlich medial oder sagen wir mal in keine Richtung führt wo ich glaube, dass es zu einer Lösung beiträgt.
00:11:32: Jetzt hast du einen ganz entscheidenden Punkt gesagt klarerweise sozusagen die Betroffenheit.
00:11:37: oder da geht es ja ganz stark um das Thema Betroffenheit.
00:11:39: Wenn man siebzehnjährige fragt, wollen wir ein Social-Media-Verbot?
00:11:43: und würden die sagen Ja natürlich, klar macht total Sinn.
00:11:45: wenn man zwölfjährige oder Zwölfjährigen befragt würde die sagen Nein auf keinen Fall.
00:11:51: Es klingt zwar jetzt so selbstverständlich aber wo kommt denn diese Diskrepanz her in den Altersgruppen?
00:11:55: Was ist denn wirklich nur die Betroffenkeit?
00:11:58: weil grundsätzlich ist es auch so wenn ich die meisten Eltern frage dann würden die ja wahrscheinlich einen Social Media Verbot Auch wenn es total verkürzt behandelt wird jetzt, trotzdem befürworten.
00:12:11: Weil ich ja glaube dass sowas mitschwingt wie so ein implizites Verständnis von.
00:12:16: Ich möchte jetzt einfach das mein Kind nicht diesen Inhalten ausgesetzt ist die ich nicht möchte Dass er sieht und mitbekommt und dem Ausgesetztes Und diese Engagement Parameter alle mitnimmt und diese For You Algorithmen usw.
00:12:29: Und gleichzeitig möchte ich einfach, und das kann ich aus meiner eigenen Perspektive sagen, mich jetzt nicht auch noch um das Thema kümmern müssen.
00:12:36: im Sinne von sozusagen als Eltern habe ich so ein Gefühl es ist eh schon relativ viel zu organisieren.
00:12:42: Jetzt hat man manchmal so das Gefühl jetzt muss ich DS Anno machen.
00:12:48: Das heißt die erste Frage glaubst du, wo kommt dieser Betroffenheitsunterschied her?
00:12:52: Im Sinne von ist es wirklich nur ja Ich hab's durchlaufen, ich weiß wie schlecht es ist als siebzehnjährige verbietet es.
00:12:59: und das andere ist Thema Elternrolle, die selber oft damit problematisch Medienumgang haben.
00:13:04: Wo siehst du da dieses Betroffenheitsthema?
00:13:06: wie aufgefangen?
00:13:09: Also in Bezug auf die Betrofenheit der Jugendlichen... Ich glaube dass es unterschiedlich ist.
00:13:16: ich glaube tatsächlich dass es viele Jugendliche gibt.
00:13:19: natürlich ist der Status quo momentan wenig bis gar nicht zufriedenstellend.
00:13:25: ja also wir haben eine große Belastung nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene durch einen nicht geregelten digitalen Raum.
00:13:39: Und es gibt sicherlich viele Jugendliche, die haben das selber durchlebt.
00:13:42: Sehr unkontrolliert vielleicht auch noch in einer Zeit wo das Thema noch viel weniger bei den Eltern präsent war.
00:13:48: oder eben man muss dazu sagen es gibt ja auch hier eine ganz große digitale Kluft.
00:13:54: also wir haben einfach auch abhängig vom vom soziale, also von sozioeconomischen Status der Familien sehr unterschiedliche Kompetenzen bei den Eltern die eigenen Kinder zu begleiten oder zu unterstützen und auch zu reglementieren.
00:14:11: Und ich glaube es gibt schon noch viele Jugendliche, die haben sich selber sehr allein gelassen gefühlt und haben wahrscheinlich auch entsprechend schlechte Erfahrungen gemacht und sagen jetzt aus dieser Perspektive heraus... Also naja, da müssen wir unter vierzehnjährigen zum Beispiel, da verschützen oder unter sechszehnjährigen.
00:14:29: Wenn man jetzt an siebzehnJährigen fragt auf der anderen Seite glaube ich ist es auch bis zum gewissen Grad ganz natürlich dass wenn man ältere Jugendliche fragt über Reglementierungen die jüngeren betrifft das sehr großzügig sind dabei zu sagen ja Ja also ich kenne es Ich bin eben selber auch Mama von von Zwillingen mit elf Jahren und ich kann mich noch so erinnern wie sie mit der Volksschule angefangen haben und dann über die schlimmen Viertklässler geredet haben, die so wild sind.
00:15:03: Und wie Sie aber selber in der vierten Klasse waren?
00:15:06: Wie Sie dann über den Erstklassler gredet
00:15:07: haben?!
00:15:09: Die ist auch respektlos!
00:15:12: Das ist bis zum gewissen Grad ein ganz natürlicher Entwicklungsprozess, sich sowohl nach oben von den eigenen Eltern abzugrenzen Aber so von zu älteren Generation hin, aber auch zu jüngeren Generationen hin sich abzugrenzen.
00:15:29: Genau also das glaube ich spielt eine Rolle wenn man jetzt die Betroffenheit oder nicht betroffenheit der Jugendlichen anschaut.
00:15:39: zur Betroffenkeit der Eltern Auch da kann ich eben auch als Mutter sagen Ich kann es total nachvollziehen.
00:15:46: Also manchmal denke ich mir selber auch Das wär am besten, es wird alles verboten.
00:15:54: Oder auch so dieser Gedanke, wie viel leichter hätten's unsere Kinder?
00:16:00: Also welche Vorteile hätten unsere Kinder wenn das Handy nicht da wäre?
00:16:06: Man muss jetzt dazu sagen dass ein kurzer Schwenk in meinem Privatleben, der Vater von meinen Kindern und ich sind beide relativ Medien auf ihn waren das schon immer.
00:16:22: Mein Mann war ursprünglich Sozialarbeiter und Medienpädagoge.
00:16:27: Er hat sich inzwischen weiterentwickelt, beruflich macht jetzt ganz was anderes.
00:16:34: Vor allem bei meinem Mann ist es ein sehr hohes technisches Know-how da und gleichzeitig ganz viel medienpädagogisches Wissen.
00:16:42: Ich bin glaube ich, dass die Begleitung unserer Kinder angeht enorm gut aufgestellt relativ früh dafür entschieden unseren Kindern Smartphones zu geben.
00:16:53: Auch allein aus dem Aspekt heraus, dass wir kein Festnetztelefon Zuhause haben und irgendwann wir uns dachten wenn wir nicht da sind wie sollen also Wir wollen das unsere Kinder uns anrufen können?
00:17:05: Und wir wollten weg von Tony Boxen ja wir wollten dass unsere kinder Spotify nutzen können.
00:17:11: Also es ist so viel Es ist soviel Nutzen Da.
00:17:14: Ja und Das heißt Unsere Kinder Haben haben relativ frühe Handys bekommen, aber total stark reglementiert ohne Social Media-Dienste am Handy.
00:17:25: Es ist trotzdem für uns so herausfordernd es ist so schwierig und ich kann also ich versteh das auch total dass jeder Elternteil.
00:17:33: ähm also Eltern haben natürlich eine Verantwortung.
00:17:36: man darf die Eltern noch nie aus ihrer älterlichen Pflicht heraus entlassen ja?
00:17:40: Das ist ganz klar!
00:17:41: Aber man muss das trotzdem zu eingestehen.
00:17:44: Es ist eine massive Herausforderung.
00:17:47: Und wir brauchen hier... es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ja?
00:17:52: Wir brauchen alle Player, wir brauchen die Eltern!
00:17:54: Wir brauchen die außerschulische Jugendarbeit und das Schulsystem.
00:17:59: Wir brauchen den Bund, die EU.
00:18:02: Das ist auch ein globales Thema.
00:18:04: Wir werden dieses Thema nicht mit einer Maßnahme oder einem Adressaten handeln können gleichzeitig auch aus dieser Perspektive.
00:18:16: Ich meine, man muss dazusagen also vielleicht jetzt auch schon so ein bisschen auf die Auswirkungen von Social Media Nutzung oder digitalen Medien?
00:18:25: Also ich bin, habe ich eh schon im Vorgespräch gesagt, ich bin Juristin und keine Psychologin aber ich habe mich halt mit dem Thema recht viel auseinandergesetzt und es gibt sowohl für die negativen psychischen Auswirkung als auch für die positiven Aspekte Belege Und das hängt natürlich sehr, sehr stark auch davon ab.
00:18:44: Wie gut ist der Medienkonsum begleitet?
00:18:47: Ist es ein wirklich total unkontrollierter Medienkonzum?
00:18:51: und habe ich vielleicht eben Kinderjugendliche die eh schon aus einem belasteten familiären Umfeld kommen oder die sonst psychische Belastungen oder Erkrankungen mitbringen also viele.
00:19:03: ein erhöhter problematischer Medienkonstum ist ca.
00:19:07: bei zehn Prozent der Jugendlichen gegeben in Österreich Und oftmals ist es ein Symptom, eine Auswirkung von schon einem bestehenden Problem das da ist.
00:19:17: Also ich habe zum Beispiel ein Problem in der Schule mit Mobbing Ich hab einen Schulabsentismus, der sich daraus entwickelt und dann ist die logische Folge ein total überhöhter problematischer Medienkonsum Ja?
00:19:33: Und ich kann's aber jetzt nur so – ich meine es jetzt auch anektotisch.
00:19:36: ja Ich denke mir das wirklich oft bei meinen Kindern, wenn ich mir anschaue was zum Beispiel wie ihre Englischkenntnisse sind.
00:19:45: Oft was für Fakten die rausschmeißen oder auch Diskussionen die ich mit meinen Kindern führen kann.
00:19:54: Die werden mit mir so nie möglich gewesen weil sie einfach schon einen unglaublichen Wissens Schatz haben, auf denen sie zurückgreifen können.
00:20:04: Und das ist mir schon wichtig, dass man das immer so ein bisschen ja beides im Auge behält.
00:20:10: Ja es ist schwierig und es gibt total viele problematische Inhalte aber Es ist halt auch Faktum.
00:20:17: wir leben in einer digitalen Welt Wir haben viele positive Aspekte und wir müssen einfach unsere Kinder möglichst gut begleiten darin Dass sich in dieser welt zu Recht finden.
00:20:29: Wenn ich jetzt noch einen Satz und dann, dass sich euch wieder fragen.
00:20:34: Was mir so wichtig ist einfach in meiner Rolle als Mutter oder uns als Eltern ist unseren Kindern auch zu vermitteln wenn ihr mal auf etwas stößt was nicht altersgerecht ist was euch verstört Dann ist es nicht eure Schuld Und ihr könnt's zu uns kommen also mit allem Egal was euch passiert im digitalen Raum, egal worauf ihr stoßt.
00:21:00: Ihr könnt zu uns kommen und das setzt einfach ein gewisses Vertrauensverhältnis voraus und es setzt auch vorauss, dass man nicht... Also ich sag' auch bei vielen Inhalten die meine Kinder konsumieren mal, was ist das für ein Blödsinn?
00:21:13: Aber das sind total normal!
00:21:15: Meine Eltern haben auch zu mir damals gesagt, was hörst du für Musik?
00:21:22: nicht zu vergleichen mit der klassischen Musik oder wenn da eine echte Gitarre spielt.
00:21:27: Aber das sind halt die Unterschiede, die sind ganz normal.
00:21:29: und aber da sozusagen trotzdem auf Augenhöhe mit den Kindern und Jugendlichen zu kommunizieren und diese Verbindung aufrechtzuhalten.
00:21:37: ich glaube das ist der große Auftrag den wir als Eltern auch haben.
00:21:43: Du hast ja jetzt auch zwei Sachen gesagt, die eben... Also erst mal dieses Gesamtgesellschaftliche.
00:21:48: Du hast gesagt wir müssen sie begleiten und oft ist es natürlich so wenn du heißt wir müssen Sie begleitern dann ist das schon gerade auch Familienthemen werden natürlich auch sehr gerne ins Private verlagert.
00:21:58: Das ist einfach euer Problem, dass ist dieses Elternproblem, das ist dieses Familienproblem aber es IST einfach ein gesamtes gesellschaftliches Problem Und da ist natürlich auch die große Frage bei euch im Positionspapier ja auch rauskommt und das, was ja immer wieder gesagt wird.
00:22:15: Aber was ist jetzt eigentlich mit den Plattformbetreibern?
00:22:18: Und du hast dann auch noch gesagt es ist nicht eure Schuld wenn ihr sowas seht's also da spielt ja noch etwas viel größeres mit in dem Ganzen.
00:22:31: Also die Frage ist also, wie ist eure Position und was da auch so euer Vorschlag ist?
00:22:35: Weil ich finde das ja eigentlich eine der schwierigsten Sachen in der ganzen Sache.
00:22:44: Es ist schwierig gar keine Frage es ist herausfordernd.
00:22:50: wir fordern in unseren Positionspapier dass einerseits auf Also auf österreichischer Ebene wünschen wir uns eben, dass man wirklich jetzt nicht Schnellschusslösungen macht sondern eben schon sich da schaut was wird auf der europäischen Ebene entwickelt an Altersverifikationen die dann auch Datenschutzkonform sind.
00:23:16: Die funktionieren und verlässlich sind.
00:23:18: Australien finde ich es so das Worst Case-Szenario wie sie es gemacht haben den Plattformen die Verantwortung und das Poirur gegeben haben, die Altersbeschränkungen zu regeln.
00:23:30: Und damit gibt man den Platformen sehr viel?
00:23:35: Vielleicht muss ich mal kurz einhaken.
00:23:37: also Australien hat die Social Media Verbot durchgesetzt und hat leider legislativ gesagt naja die Plattform müssen selbst dafür sorgen dass sie sicherstellen dass niemand unter vierzehn Jahren auf die Plattformen kommt was im Umkehrschluss bedeutet hat.
00:23:50: Und manchmal glaubt man dann wirklich, es wäre eigentlich der Plan gewesen das zu tun.
00:23:54: An noch mehr Daten vor allem biometrischen Daten und natürlich nicht nur biometrische Daten von Kindern sondern natürlich auch von Erwachsenen die sich ja auch regulimentiert also sozusagen verifizieren müssen.
00:24:05: hey ich bin alt genug ich darf das nutzen und Das kann nicht der weisheit.
00:24:09: letzter Schluss sein dass ich jetzt sage ja hier möglich jetzt auch noch Meter.
00:24:15: Amazon ist in dem Fall nicht betroffen, aber Google-Meter, TikTok und so weiter noch die Möglichkeiten jetzt Zugang zu noch mehr biometrischen Daten zu bekommen.
00:24:25: Der hingefuß bei dieser Lösung ist wir lagern die Verantwortung aus und die, die es so und so technologisch kontrollieren Eigentlich so ähnlich wie diese Scams mit Ladeinbild, von die aus der Kindheit hoch.
00:24:38: Was im Prinzip ja auch ganz viel dafür da ist zu sagen wir haben wie Altern Leute um KI-Mechanismen zu trainieren heißt es jetzt so oh ja hoppla nicht ideal.
00:24:48: und noch dazu Jugendlichen sind ja auch finde ich klarerweise Und finden Mittel und Wege wie ich mir mit KI-Avatan Die ich dann altern lasst die KI auch über Listen kann und sagen kann Ja Ich bin jetzt alt genug dafür obwohl ich's vielleicht eigentlich noch nicht bin.
00:25:01: also ums einzuordnen Der Wunsch war der Vater des Gedanken in dem Fall und ist massivst in die Hose gegangen.
00:25:07: Und hat sich nicht so bewahrheitet, wie man es sich so oft hätte.
00:25:12: Ja genau.
00:25:16: In der EU gibt's den Digital Services Act von der EU seine Verordnung, die ist unmittelbar anwendbar und verpflichtend und verplichtet eben Plattformdesigner oder Plattformbetreiber Mechanismen oder Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vorzunehmen, also einzuführen.
00:25:38: Und da läuft momentan glaube ich wahnsinnig viel was ich so immer am Rande noch mitbekomme in diversen Gesprächen.
00:25:46: die europäische Kommission erarbeitet Richtlinien, die sozusagen wie eine Auslegung des Digital Services Act sind.
00:25:56: Das Problem ist schon auch das meines Wissens nach dann es.
00:26:02: die Aufgabe der jeweiligen Staaten in denen die Plattformbetreiber ihre Sitze haben ist dann auch zu schauen dass diese Vorschriften noch eingehalten werden.
00:26:16: aber also Unsere Forderung, dass man einfach schaut das diese Regelungen gibt.
00:26:22: Dass man da wirklich alles daran setzt, dass die durchgesetzt werden entforscht und eingehalten werden mit hohen Strafen.
00:26:29: Und meiner tut sich schon einiges.
00:26:30: Es gibt immer wieder auch Prozesse jetzt schon in den USA wo Plattformbetreiber zu hohen hohen Geldstrafen verurteilt worden sind weil zum Beispiel sie Also ihnen vorgeworfen wurde, dass sie bewusst Zuchtmaß machende Algorithmen und Maßnahmen eingesetzt haben in ihren Plattform-Designs.
00:26:52: Die eben dann zu einer Schädigung von Personen geführt haben.
00:26:55: Und auch da gibt es wirkt der läuft momentan schon ganz viel und ich also für mich ist... Ich habe das so einfach diesen Glauben und diese Vision ja, dass wir leben in einer Welt die wir die Ausgestaltung dieser Welt und welche Rechte gelten, wie man Menschen und Menschenwürde achten muss.
00:27:20: Das können wir nicht konzernen
00:27:23: überlassen.".
00:27:24: Und das ist für mich jetzt völlig egal ob ich jetzt über die physische Welt draußen rät.
00:27:29: also man wird auch niemals zum Beispiel auf die Idee kommen wenn sich irgendwo in einem Ortsteil in Salzburg ein großes Unternehmen ansiedeln wird, das wahnsinnig viel Geld in die Stadt hineinspült weil sie ganz viele Beschäftigte hat denen niemals überlassen zu sagen ok jetzt regelt's ihr darf man auf der Straße draußen Kindern einfach nachrufen oder Frauen sexuell belästigen.
00:27:56: Und genauso denke ich mir, ist der digitale Raum ein Raum den wir nutzen und wir dürfen es einfach nicht den Plattformen zu überlassen vorzugeben welche gefahnt dort in Ordnung sind oder geahndet werden.
00:28:08: Oder ob da Verantwortung dafür übernommen wird oder nicht?
00:28:14: Jetzt hast du ja einen ganz wichtigen Punkt schon gesagt im Sinne von Wir dürfen also jetzt keinesfalls einem Unternehmen überlassen zu sagen wie wir Gesellschaft organisieren weil was dabei rauskommt sehen wir ja jetzt Auch wenn es sozusagen in Extremfällen zehn Prozent problematisch betrifft, wahrscheinlich geht's um sehr extreme Nutzungsverhalten.
00:28:37: Grundsätzlich merkt man ja, das ist ein virulentes Thema und es scheint doch problematischer zu sein im gesamtgesellschaftlichen Kontext als nur diese ganz extremen Randbeispiele.
00:28:45: Also das heißt so übersetzt wir merken alles tut uns nicht besonders gut auf Social Media zu lange rumzuhängen.
00:28:51: Prinzipiell ist es so, es gibt ja eigentlich gesetzlich jetzt schon den Schutz von vierzehn Jahren auf WhatsApp und so weiter und sofort.
00:28:56: Und wir wissen ja auch wie gut das funktioniert nämlich genau gar nicht.
00:28:59: Woran liegt denn das eigentlich?
00:29:00: Also sozusagen du hast jetzt eh schon angedeutet im Sinne von Geldstrafen die nicht da sind in unserer... aber woran liegt's eigentlich?
00:29:07: dass es sozusagen einfach nicht klappt wenn der gesetzliche Schutz prinzipiell eh schon da ist und was müsste man tun, dass er besser eingehalten ist?
00:29:16: Ich glaube vor allem der Schutz also dass dann nicht genug differenziert wird bei den Angeboten.
00:29:25: Also ich habe es jetzt ehe vorher schon auch zum Beispiel mit Spotify genannt, das meine Kinder...also mein Anliegen oder unser Zugang war's, dass wir wollen, dass unsere Kinder Spotify z.B.
00:29:35: nutzen können, damit sie auch nicht immer abhängig sind davon, dass die sich einzelne Hörspiele kaufen müssen sondern darauf eben diesen Schatz zugreifen können.
00:29:46: Jetzt gibt es bei Spotify zum Beispiel eine Einstellung Spotify Kids, das kann man relativ leicht als Elternteil einstellen.
00:29:56: Die Konsequenz ist dass dann zum Beispiel so Dinge wie Nirvana nicht gehört werden können weil wegen Explicit Language also Schimpfwörtern im Text oder halt vielleicht auch wenn man es wirklich versteht und sich durchlässt natürlich aus bei Nirvana verstörende Texte.
00:30:14: Also das Werf einfach für unsere Kinder nicht mehr gangbar gewesen, dass die nur noch Benjamin Blümchen sich anhören.
00:30:20: Und der Outcome ist, dass unsere Kinder Spotify den Vollzugang haben und wir halt einfach... ihnen versuchen, also da wirklich auf ihre Compliance spielen und versuchen ihnen das auch zu erklären wieso wir bei gewissen Dingen sagen hey wenn wir mitbekommen... Also wir bekommen mit.
00:30:37: Wir schauen uns schon an was hören sie ja?
00:30:39: Und wenn das was ist wo wir das Gefühl haben das passt nicht für Sie dann sagen wir Ihnen das auch und erklären ihnen wieso wird es nicht wollen.
00:30:50: Oder bei YouTube ist es das gleiche.
00:30:52: Also ich finde, YouTube ist so ein gutes Beispiel wo man sich wirklich sagen kann wie stellt man sich das dann eigentlich vor mit einer Altersbeschränkung?
00:31:00: Weil YouTube hat von diesen ganz problematischen Kurzvideos die wirklich so ein hohe Suchtpotenzial haben geht es hin bis zu Bildungs... Material, also die wir als Kinder- und Jugendanwaltschaft.
00:31:16: Wir haben Informationsfilme auf YouTube gespeichert.
00:31:20: Wenn man einen YouTube Kanal... Ich finde das total blöd wenn jetzt zum Beispiel kein zehnjähriger sich unseren Film für Volksschüler anschauen kann über die Kinderrechte.
00:31:32: Und wie differenziert man aber da?
00:31:34: Ist es realistisch dass jetzt zb bei uns sehr wichtig ist, dass unsere Kinder auf ihren Händen kein YouTube installiert haben oder dass das gesperrt ist.
00:31:45: Aber klar, wir haben das Familien-Tablet, wo YouTube drauf ist und es ist total unrealistisch, wenn jetzt zum Beispiel eine Altersbeschränkung für YouTube bis vierzehn oder sechzehn Jahren kommen würde, wir nicht trotzdem achtjährig oder zehnjährig, oder von mir was noch drei jährige haben die de facto vor YouTube sitzen.
00:32:04: Also ich glaube, das ist auch so.
00:32:05: der Punkt... Das ist natürlich Altersbeschränkung.
00:32:11: einfach rein nach Plattformen zu machen, ist natürlich wesentlich einfacher als die Inhalte auf Plattformens entsprechend den jeweiligen Alter unter Eignung freizugeben.
00:32:22: Weil damit brauchst du jemandem der diese Inhalter sichtet, kuratiert, der dabei ist.
00:32:27: aber letztendlich glaube ich brauchen wir auch diese Verantwortung dass jemand wirklich sich also das zum Beispiel YouTube sagt okay Also wir verdienen sehr, sehr gutes Geld damit mit den Inhalten die darauf geladen werden.
00:32:42: Es gibt auch viele User die enorm gutes Geld damit verdienen mit dem Content den sie produzieren.
00:32:48: aber da braucht es dahinter in irgendeiner Form einen Mechanismus das wirklich alles was darauf gelaten wird auch angeschaut wird und entsprechend schnell entfernt wird wenn es irgendwie Menschenrechte oder sonstige Rechte verletzt oder halt eben auch entsprechend im Alter eingeschätzt wird.
00:33:08: Und das braucht man durchgängig für alle
00:33:09: Plattformen.".
00:33:11: Das sind wir jetzt dann bei der Diskussion und fast schon wieder bei den Uploadfiltern, die Frage ist wie sehr geht es um freie Meinungsäußerung?
00:33:17: Einschränkung der freien Meinungs- äußerungen hin zu dem Thema Rechenschaftspflichten, die eigentlich auch jeder Verlager füllen muss und wo ich sagen muss bei Plattformern, die viel kleinere Reichweiten haben sei das jetzt nicht.
00:33:28: Tageswochenzeitungen und so was.
00:33:30: Die haben viel strengere Auflagen, was sie veröffentlichen dürfen und was sie redigieren müssen im Sinne von welcher Pflichte und Rechte Sie haben in Vergleich zu YouTube die einen deutlich größeren Reichweite mitbringen.
00:33:41: Das heißt... Was ist denn da aus deurer Rolle der Wunsch?
00:33:44: Ist es geht's da um... Also sozusagen wenn ich jetzt da der Gegner wäre würde ich sagen ja Moment aber könnt ihr nicht davon.
00:33:49: also sozusagen jetzt Youtube das sind die Verantwortung überlassen zu beurteilen ob wann mein Kind etwas sehen darf oder welche Dinge ich wie sagen darf.
00:33:57: Wir sind ja da immer ans am schmalen Grad zwischen Verantwortlichkeit der Veröffentlichkeit, also sozusagen wann schränke ich Meinungsfreiheit ein oder wann schrenke ich im Prinzip auch gesellschaftliche Meinungsbildung ein für Dinge die mir unpopulär erscheinen.
00:34:11: Deswegen reihe ich sie zurück was aber dann schon sehr nah bei den Mechanismen von autokratischen Systemen ist, die Meinungs Freiheit sehr stark absolut einschränken Und der Sache von dem Schutz, der Sicherheit und so weiter dieser betroffenen Gruppen auf diesem Plattform.
00:34:31: Ich glaube das Problem ist dass wir sozusagen da Dinge vermischen und also sozusagen die Größe der Plattformen tatsächlich Infrastrukturgröße erreicht hat und wir sie aber eigentlich behandeln müssten.
00:34:40: viel Verlage, die deutlich stärker auch in die Verantwortung gehen müssen welche Inhalte tatsächlich auf diesen Plattform verbreitet werden und vor allem warum?
00:34:50: Und wie du ja richtig gesagt hast, wir haben das Thema YouTube verdient ja nicht schlecht Geld damit.
00:34:56: Also wir haben jetzt sozusagen da ein Unternehmen was wahnsinnig reich ist und sehr viel Geld mit unserer Aufmerksamkeit verdient und im Endeffekt auch da ganz stark an einem Businessmodell partizipiert, was klassisches Verlagsmodell ist.
00:35:10: Wir verkaufen Werbung in Form von Aufmerksamkeitsbindung und das ist das was hauptsächlich das Geld bringt.
00:35:15: Gleichzeitig Wiegelt sich YouTube, Instameter all diese Konzerne raus.
00:35:20: Wenn es um das Thema geht was die User da machen ist nicht unser Thema also tut uns furchtbar leid.
00:35:25: Das heißt ein bisschen Cherry picking aus beiden Geschäftsmodellen wo ich aber möglichst viel Verantwortung von mir weiß und was mir auch noch aufgefallen ist wo wir einen ähnlichen Vergleich haben über das kommt ja dann noch dazu dass diese Intimität der Daten die da generiert werden Und in Form von Profilanlegungen die dadurch für uns entstehen.
00:35:45: Also diese immer größer werdende Individualisierung bedeutet ja auch, dass übersetzt einfach Plattformen wahnsinnig viel über uns wissen.
00:35:52: und dann gleichzeitig der Punkt kommt überall da wo solche Informationsgefälle oder Wissensgefälle da sind haben wir ja ganz starke Pflichten eingeführt in Form von wenn ich mich einer Anwalt anvertraue dann muss diese Person darf die das nicht gegen mich verwenden weil sie sonst ihre Litenz zum Anwaltszeilen verliert.
00:36:11: Und das ist auch gut so, weil sozusagen über Ärztinnen und Ärzte wenn ich krank bin dürfen die das natürlich nicht.
00:36:16: dafür verwenden wir dann sozusagen das zum also das zu meinem Nachteil nutzen.
00:36:21: Wenn sie über Krankheiten von mir Bescheid wissen.
00:36:24: jetzt sind wir aber an dem Punkt dass Google glaube ich mittlerweile in einem in einem Menge Daten von uns gesammelt hat wo sich gewisse Dinge viel genauer vor her sagen können es die meisten Versicherungen die meisten Gesundheitsorganisationen dieser Welt und gleichzeitig schaffen wir es irgendwie nicht da dieselben Pflichten anzulegen.
00:36:42: Gibt's aus deiner Ansicht?
00:36:43: Das ist jetzt sozusagen ein bisschen weg von Deiner Rolle und wahrscheinlich geht es da sehr um Deine private Einschätzung.
00:36:47: Aber gibt's aus Deiner Sicht an Grund, warum sie uns einfach nicht gelingt?
00:36:50: Warum schafft man das nicht?
00:36:57: Also ich glaub... Ich möchte vielleicht nochmal ganz kurz ... bevor ich aus meiner Rolle rauskomme und deine Frage beantworte, doch noch mal ganz kurz den Schwenk zu meiner Rolle machen.
00:37:07: Weil du hast jetzt auch sehr viel angesprochen mit Recht auf Meinungsäußerung, Recht auf Privatsphäre.
00:37:13: Und das ist mir vielleicht an der Stelle auch nochmal so wichtig zu erwähnen dass eben der Diskurs ist so schwierig weil wenn ich jetzt auf die kinderrechtliche Ebene runtergehe quasi Menschenrechte aber für Kinder speziell gemacht sind Ich eben auch dieses Recht auf Privatsphäre habe, das Recht auf Teilhabe und auf digitale Teilhube.
00:37:34: Ein Recht auf Spiel- und Freizeit, auf Bildung und auf Wissen, dass sich Kinder und Jugendliche zusammen tun.
00:37:43: Auch wenn wir über Altersbeschränkungen reden oder generell Kontrolle von sozialen Mediendiensten geht es immer um viele Rechte, die eingeschränkt sind... werden können potenziell, aber auch um vielleicht andere Rechte eben das Recht auf Gesundheit und Schutz zu stärken.
00:38:03: Und es ist immer halt immer eine politische Dimension oder Wertefrage.
00:38:12: Es gibt also zum Beispiel recht gute Belege wie Social Media positive Effekte hat für junge Menschen aus der Queeren Community.
00:38:25: Da gibt es aus den USA Studien, dass sich ein Großteil der Jugendlichen im Wege ihres Coming-outs über soziale Medien Unterstützung holen.
00:38:35: Über die Quere Community und das nachweislich psychische Belastungen und Druck reduziert.
00:38:43: Das finde ich total super!
00:38:47: vielleicht mit einer anderen Person redest, die zu diesem Thema Queer Community und Rechte von queeren Menschen eine andere politische Haltung hat oder eine andere ethische oder religiöse Haltung.
00:39:00: Dann schaut das Ganze ganz anders aus.
00:39:03: Die eine Frage ist zum Beispiel... Wenn jetzt Österreich in diesem Diskurs eintritt, was ist jugendgefährdend?
00:39:09: Was ist nicht jugend gefährdent?
00:39:11: Dann läuft die Diskussion anders ab als in vielen anderen Staaten in dieser Welt.
00:39:16: Wo wahrscheinlich sehr schnell seine Debatte dazu genutzt werden würde zu sagen okay In dem Moment wo wir irgendwas haben, wo auch noch eine Regenbogenflagge irgendwie erkenntlich ist, ja sperr mal das einmal für alle bis achtzehn weil es jugendefärdend ist.
00:39:33: und Und wieso gelingt uns das so schwer?
00:39:36: jetzt zum Beispiel, was ich da die Konzerne in die Pflicht zu nehmen.
00:39:44: Ich glaube ja dass es auch kein Unterschied ist zwischen der digitalen Welt und der realen Welt.
00:39:51: ganz ehrlich also wenn wir uns nur sehen halt den digitalen welt menschenrechtsverletzungen oder rechts Verletzung so sichtbar.
00:40:01: Also wir, zum Beispiel die Kinder- und Jugendanwaltschaft haben ja wirklich ganz viele Themen mit denen wir uns beschäftigen.
00:40:06: Der häufigste Grund weswegen sich Jugendliche an uns wenden ist das Thema Mobbing & CyberMobbing wobei bei uns das Thema Cybermobbing eigentlich nur, oder das ist jetzt falsch, aber Cybermobil in der Ausprägung ist meistens dass das Mobbing, das zB jetzt im Klassenraum stattfindet, sich auch in die digitale Welt überträgt und dort ist es sichtbar, dort wirds aufgezeichnet.
00:40:30: Aber wir alle leben in einer Welt, in der Menschenrechtsverletzungen tagtäglich auf dem Programm stehen.
00:40:38: Und ich bin mir sicher, dass ich jetzt irgendein Kleidungsstück an mir trage.
00:40:42: Mir ist grundsätzlich, sind Menschenrechte und fairer Handel und so sehr wichtig.
00:40:46: Ja aber natürlich auch ich ziehe das nicht hundertprozentig stringent durch.
00:40:50: Ich habe sicher irgendeinen Kleidungsstück an mich, das möglicherweise irgendwo auf der Welt von einem Kind produziert worden ist dafür, dass ein großer Konzern ganz viel Geld damit verdient hier dann billig verkaufen kann.
00:41:03: Ich glaube, dass wir uns generell die Frage stellen müssen, wie schaffen wir es?
00:41:17: Kapitalismus hat sicherlich seine Vorteile, aber auch ganz massive Nachteile und das erleben wir jetzt in der digitalen Welt.
00:41:25: Das erleben wie auch jeden Tag wenn wir einkaufen gehen oder brauchen wir glaube ich gar nicht so weit außerhalb der EU-Blicken auch innerhalb des Das Österreich oder das europäischen Systems passieren einfach jeden Tag Menschenrechtsverletzungen, auch wenn man sich anschaut wie gehen wir mit Menschen um die auf der Flucht sind.
00:41:48: Also da haben wir einfach große Themen und aber jeder also man darf sich davon glaube ich auch nicht einschüchtern lassen.
00:41:56: ja also wir haben als Gesellschaft Wir sind die Konsumenten.
00:42:01: Und wenn wir uns diesen Themen bewusst sind und wenn wir dem annehmen, ich glaube dass wir uns dem immer mehr annehmen.
00:42:10: Wir haben eben nicht nur negative Entwicklungen in unserer modernen Welt sondern auch durchaus auch positive.
00:42:15: Ich glaube das wird ja tatsächlich auch die Macht hätten was dran zu verändern.
00:42:22: Jetzt eigentlich geht es schon zum Schluss hin.
00:42:25: Ich würde sagen, wir gehen vielleicht noch mal zurück zu diesem, wie setzt man das jetzt eigentlich dann auch praktisch oder ganz pragmatisch um?
00:42:33: Weil es ist natürlich... Also es hat ja ein Dringlichkeitsaspekt.
00:42:36: Das ist ja schon, wenn man denkt, du hast das vorher auch gesagt als Mutter würde ich dir am liebsten manchmal sagen geh, verbiet mir das einfach alles!
00:42:43: Und das ist glaube ich schon da auch der Wunsch von ganz vielen.
00:42:47: Jetzt brauche ich einen ganz praktischen Vorschlag, wie kann ich das jetzt machen?
00:42:54: und ich brauche vielleicht auch andere die es dann für mich lösen.
00:42:59: Wir haben zum Beispiel in einer letzten Folge mit Florian Wachter, dem Direktor von BRG gesprochen der finde ich eben so einen ganz pragmatischen Zugang gewählt hat also auch ein mutigen Weg.
00:43:14: Die nächste erste Klasse, also eine von den ersten Klassen die jetzt startet.
00:43:19: Die haben einfach alle kein Smartphone für Kinder.
00:43:21: Wir haben da eine Vereinbarung getroffen mit den Eltern.
00:43:23: Es gibt ja überhaupt keine Smartphone-Nutzungen.
00:43:27: Im ersten Moment ist natürlich sowas auch für viele Eltern super, nimmt mir ganz viel Diskussionen weg, nimmt mich ganz viel Entscheidungen vor.
00:43:38: Ja, nehmt mir eigentlich eine Entscheidung ab.
00:43:40: Ich bring da jetzt mein Kind hin.
00:43:41: aber wo ordnet die jetzt auch zum Beispiel eben aus Sicht der Kinderrechte?
00:43:47: Wo ordnest du das da jetzt ein?
00:43:48: Weil im Prinzip nehme ich ihnen ja dann vielleicht wieder einen Raum weg wenn ich jetzt sage so... Das ist einfach dieser geschützte Raum.
00:44:00: Aber was ist es eigentlich denn wirklich für einen Raum?
00:44:04: Also ich nehme mir einfach nur etwas weg eigentlich.
00:44:08: Oder wie seht ihr das?
00:44:10: Weil wichtig ist ja auch noch der Punkt.
00:44:13: Ich glaube den Florian geht es ja auch um das Thema zu sagen, Smartphone Nutzung hat per se nichts mit Medienkompetenz zu tun.
00:44:22: oder sagen wir mal so smart.
00:44:23: Es heißt nicht dass ich Medienkompatenzen aufbauen kann.
00:44:28: Das heißt nicht, dass ich keine Medienkompetenz aufbauen kann wenn ich kein Smartphone besitze.
00:44:31: Es ist sogar ein Gegenteil.
00:44:32: er sagt halt das heißt überhaupt nichts damit zu tun dass ich nicht lernen kann Inhalte einzuordnen und es hat sehr zentraler Teil in diesem Experiment.
00:44:39: Und gleichzeitig ist es ein sozialer Raum?
00:44:41: Natürlich!
00:44:41: Und das ist genau sozusagen auch der Punkt wo ich sage okay ich habe jetzt eine Klasse die dezidiert auf diese Endgeräte mit dieser Nutzung mit allem problematischen aber natürlich auch mit einem Zugang zur potenziell positiven.
00:44:52: diese Geräte haben natürlich nicht mehr möglich wie ordnet ihr sowas sein?
00:44:56: Da muss ich jetzt eine kurze Verständnis, weil ich habe mit den bisherigen Folgen noch nicht angehört.
00:45:02: Das heißt die Kinder haben generell kein Smartphone also auch nicht zu Hause sozusagen.
00:45:08: Genau das ist die Idee dahinter dass es da einfach gar keinen Smartphone existiert.
00:45:13: Kein Smartphone ist existiert zuhause keins ja in der Schule natürlich auch nicht.
00:45:17: Also Ich möchte es jetzt nicht per se ablehnen oder?
00:45:22: Also ich glaube schon Ja, möglicherweise ist es auch ein gangbarer Weg.
00:45:32: Es ist Medienerziehung und zum großen Teil, wie wir schon vorhin gesagt haben ... Teil des Privat- und Familienlebens.
00:45:43: Und weder ich als Kinder- und Jugendanwälte noch der Staat, hat die Legitimität Eltern das abzusprechen, dass sie diese Entscheidung für ihre Kindertreffen... Dass sie bis zu einem gewissen Alter nicht jetzt vielleicht vierzehn oder fünfzehnt oder sechzehn gar keinen Smartphone haben?
00:46:00: Ich finde es in Ordnung.
00:46:02: was mir in dem Zusammenhang wichtig ist sind einfach wieder diese kinderrechtliche Brille darauf zu haben.
00:46:13: Also die Kinderrechtskonvention, ich glaube das täte uns... also ich kann nicht so sagen.
00:46:20: Ich habe ganz lange Zeit im Jugendamt in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet und hab da viel mit Kinderrechten zu tun gehabt aber ich war eigentlich nie so auf der Ebene der UN Kinderrechtskonvention Und in dem Moment, wo ich mich als Kinder- und Jugendanwält den Beworben habe und mich angefangen habe vorzubereiten für den Bewerbungsprozess.
00:46:41: Und dann spätestens ab dem Zeitpunkt, wo Ich diese Aufgabe übernommen hab hat das auch meinen Blick als Mutter verändert auf die Art und Weise wie ich mit meinen Kindern umgehe und meine Kinder erziehe.
00:46:53: Weil eine der vier Grundprinzipien der Kinderrechtskonvention ist das Recht auf Partizipation Und das ist was wir als Kinder- und Jugendanwaltschaft fordern, dass man Kindern und Jugendlichen immer respektvoll und auf Augenhöhe begegnet.
00:47:08: Dass man sie kindgerecht informiert, dass er sich einbezieht – und ihre Meinung hört und berücksichtigt!
00:47:15: Das geht in unserem Alltag so oft unter.
00:47:21: Ich denke mir auf Kinder haben diesen Schulwechsel von der Volksschule in die Sekundarstufe eins im Gymnasium oder in die Mittelschule und das ist ja eigentlich schon ein Weg, der partizipativ unter Einbeziehung des Kindes erfolgen sollte zu schauen.
00:47:37: Einerseits was sind die Eigenungen des Kinder?
00:47:42: Also wie sind auch die schulischen Leistungen?
00:47:45: Kann man auch viel darüber diskutieren.
00:47:48: Aber was will das Kind eigentlich?
00:47:51: Auf was für eine Schule, auf was für ein Schulzweig will das kind gehen?
00:47:54: und ich finde wenn wenn nicht die Entscheidung trefft dass sich mein kind in einer smartphone freie klasse gibt dann ist es eine entscheidung.
00:48:00: die muss ich mit dem kind gemeinsam thematisieren.
00:48:04: Und und ich stelle mir halt die frage was ist wenn an des kind sagt ja ok oder vielleicht gar nicht Das gar nicht übernauß, also quasi nichts mitbekommt.
00:48:13: Weil einfach das in dem Alter noch nicht so das Thema ist aber dann irgendwann der Wunsch kommt mit zwölf.
00:48:20: jetzt hätte ich aber gerne ein Smartphone weil ich sehe dass die Nachbars Kinder und die Freunde aus der Schule von früher haben alle eins.
00:48:27: und wie gehen wir damit um?
00:48:29: Und das sind die Fragen die immer gestellt habe.
00:48:32: wenn ich von dieser Smartphone freien Klasse gehört hab diese Prozesse dann immer auf Augenhöhe mit den betroffenen Kindern gelöst werden.
00:48:43: Und wenn das passiert und die Kinder, also dann glaube ich kann mir das vorstellen dass es auch super gut funktioniert.
00:48:52: Ich bin auch absolut der Meinung ja Medienbildung muss nicht über ein Smartphone erfolgen.
00:48:58: aber klar ist auch digitale Bildung in der Schule ist momentan ganz oft Ich lerne, wie ich eine Exzeltabelle ausfülle.
00:49:08: Und ich lehren, wie ein Wörterkomment schreibe und mit Steuerung C, Steuerung V Inhalte kopiere.
00:49:16: Das ist nicht Medienbildung!
00:49:20: Da müssen wir halt wirklich schauen... ...und schon auch ein Gedanke zur Altesbeschränkung von Social Media ist, wenn jetzt zum Beispiel das bis sechszehn Jahre gehen würde in Österreich?
00:49:34: Ich würde mir wirklich auch Sorgen darum machen, dass meine Kinder dann in ihren Entwicklungschancen und ihren Bildungschancen gehämmt sind.
00:49:45: Weil sie dann einfach abgehängt sind im Vergleich zu anderen Generationen.
00:49:51: Wir müssen wissen wir haben KI ist ein riesiges Thema.
00:49:58: spielt eine riesige Rolle jetzt schon in unserem Berufsleben und es wird vermutlich nicht weggehen.
00:50:02: Und wir müssen schauen, dass wir unseren Kindern nicht auch Ausbildungschancen verbauen mit Entscheidungen die wir jetzt treffen.
00:50:10: Auch mit den besten Absichten um unsere Kinder zu schützen.
00:50:14: Jetzt würde ich da nochmal einhaken im Sinne von... Ich glaube die Thematik ist ja eine Die wo ich sage ich muss ja auch bisschen abwägen zwischen wo?
00:50:24: Es geht ja immer bei dieser ganzen Diskussion wann sind eigentlich sinnvoll Eintrittsmomente für gewisse Dinge in jeder Kindheit.
00:50:32: Und ich glaube, bei diesem Experiment ist es auch so gedacht dass wenn dann dieser Wunsch kommt er das auch der Flur auch formuliert kann so den Eltern natürlich nicht verbieten dass sie da ein Smartphone besorgen.
00:50:44: logischerweise weil's einfach nicht auch nicht im Sinne von vom BRG liegt und auf dem Floh in dem Experiment.
00:50:50: aber ich glaube der Wunsche ist schon da zu sagen, es gibt so einen Moment ab dem Sinn macht.
00:50:56: Und wenn ich jetzt sagen würde das was du gerade gesagt hast Partizipation und so weiter dann kommt ja immer das Klassiker in der Alkohol.
00:51:06: Alkohl, wenn ich das jetzt sozusagen von dem Alkuhl, also den Devil's Advocate hat oder den... wie sagt man da auf Deutsch?
00:51:16: Wir wissen was gemeint ist.
00:51:18: Den Anwalt der Teufelsspiele Genau, genau den.
00:51:23: Dann würde ich ja sagen, naja, absorbiert trinken ist ja Geselligkeit und so weiter und so fort.
00:51:30: Das hat ja irgendwie positive Effekte sozial weil das jetzt Samen- und Geselligkeit und so.
00:51:38: Aber da sagen wir nach... Na, Alkohol ist einfach ein Thema, das ist schon recht früh.
00:51:42: bei uns mit sechzehn darf man dann teilweise schon Alkohl trinken war sehr auch eigentlich der völlige Wahnsinn.
00:51:50: jetzt aus jetziger wissenschaftlicher Lage und gleichzeitig ändelt das Argument schon relativ viel diesen Parallelitäten natürlich von wegen, naja es gibt viele negative Aspekte.
00:52:00: Jetzt sind die Vorzeichen wahrscheinlich da umgedreht weil ich weiß okay die negativen Aspechte beim Alkohol eindeutig überwiegen, die positiven nicht aufwiegen also das netto-negativ zu positiv.
00:52:11: und gleichzeitig ist ja die Frage wann lasse ich Kinder?
00:52:14: Zu welchen Dingen hin?
00:52:15: wie würdest du diesem Argument Begegten.
00:52:20: Also ich persönlich, ich sehe... Ich meine Alkohol zu konsumieren ist eine Entscheidung.
00:52:27: ab einem gewissen Alter kann man die selber treffen und ich bin jetzt auch trink auch ab und so ein Glas Wein oder so.
00:52:36: ja also es ist nicht so dass ich Alkohl jetzt komplett verträufeln aber wir haben in Österreich ein massives Problem mit Alkuhol und vor allem auch mit dem gesellschaftlichen Zugang, den wir Alkohol gegenüber haben.
00:52:49: Und Alkohl oder Zigaretten gibt manchmal Gründe dafür, dass man sagt, okay mal konsumiert das aber ich kann ihm nichts Positives abgewinnen ja?
00:52:59: Ich kann nicht sagen und es ist nicht der Alkuhol, der uns gesellig macht sondern wir als Menschen sind geselligt und im Gegensatz dazu gibt es für soziale medien wobei also wie gesagt noch mal ich habe immer dieses problem dass wir eigentlich nicht genau wissen worüber reden wir eigentlich jetzt.
00:53:22: ja es ist immer diese unscharfe die schwingt mit aber das soziale media hat nachweislich positive effekte und deswegen kann man das einfach nicht vergleichen.
00:53:38: Wir müssen aufpassen es gibt wirklich auch vor allem gewisse jugendliche die profitieren Ganz besonders davon, weil sie eben zu Randgruppen gehören marginalisierten nicht sichtbaren Gruppen.
00:53:52: Und ja das ich denke mir selber auch manchmal jetzt auch wieder jetzt nicht sehr evidenzbasiert aber vielleicht so der vergleich zu mir selbst auch wie Ich war es auch in der schulzeit jetzt nicht die die jetzt immer so bei den allerbeliebtesten dabei war, die in der Konformität mitgeschwommen ist.
00:54:12: Ich war also bis in einer popkulturellen Randgruppe wenn ich mir das jetzt anschaue Jugendliche, die jetzt ähnlich unterwegs sind wie viele Idol- und Vorbilder Peers, die sozusagen im digitalen Raum haben Da habe ich mir auch schon ein paar Mal gedacht, wenn ich das damals schon gehabt hätte.
00:54:37: Wenn ich mit die YouTuberin damals schon anschauen hätte können oder den Podcast von ihr auf Spotify anhören hätte können.
00:54:43: wie hätte mich das gestärkt in dem Wissen?
00:54:47: Es müssen nicht alle genormt sein und es muss nicht alle gleich sein.
00:54:52: Natürlich hat man genauso die negativen Effekte zum Beispiel mit Skinny Talk und mit negative Effekten auf der Selbstwertgefühl.
00:55:01: Aber es ist eben nicht alles negativ und deswegen hinkt für mich einfach dieser Vergleich mit Alkohol oder anderen Drogen.
00:55:09: Ja, wir können also mitnehmen so einfach zu sagen Social Media ja oder nein ist das nicht?
00:55:17: Und worüber reden wir eigentlich?
00:55:19: Ich finde das Social Media meinnert.
00:55:21: Genau!
00:55:21: Und ich möchte vielleicht nochmal ganz kurz eine Anmerkung auch zur Handyfreien Klasse machen Auch wenn sich jetzt zum Beispiel Österreich entscheiden würde.
00:55:33: Wir brauchen Altersbeschränkungen, das ist überhaupt keine Frage.
00:55:37: Es ist wirklich nochmals an der höchsten Zeit so dringend notwendig dass wir Kinder und Jugendliche davon schützen, dass sie einfach ins Internet gehen können auf irgendeine Pornografieplattform gehen und einmal klicken ja ich bin über achtzehn Und dann stehen in den Inhalte zur Verfügung, die ihnen ihre sexuelle Entwicklung komplett durcheinander schmeißt.
00:55:58: Das ist finde ich noch vieler größeres Problem das wir momentan haben.
00:56:04: Aber selbst wenn wir eine Altersbeschränkung haben und sagen mal der österreichische Staat würde jetzt sagen Ja Wir machen bis zwölf oder bis vierzehn eine alters beschränkung aber wir machen das nur ganz streng.
00:56:16: wir nehmen nur Mit der TikTok mit hinein und alles andere YouTube lassen wir jetzt mal unreglementiert.
00:56:24: Selbst dann hätte jeder Elternteil nach wie vor die Möglichkeit sich zu entscheiden, ich möchte mein Kind in eine handy freie Klasse geben oder ich gebe meinem Kind.
00:56:36: das Kind kriegt nur Nokia bis es Und erst dann kriegt's ein Smartphone.
00:56:42: Es gibt nach wie vor diese Möglichkeit, selber zu sagen ich entscheide mich bei der Erziehung meiner Kinder für einen anderen Weg.
00:56:51: Diese Entscheidungen müssen wir genauso stärken die Eltern in dieser Entscheidung.
00:56:59: Das ist vielleicht auch schöner Abschluss zu dem Gespräch?
00:57:03: Ja.
00:57:07: Ihr möcht jetzt noch mal mitnehmen.
00:57:09: Ich hab viel gelernt, ich bin sozusagen die ... Wir haben letzte Folge, die ist nicht veröffentlicht, über das Thema Doppelmoral gesprochen im Sinne von Elternfordern von ihren Kindern was sie selber nicht einhalten und wir sind glaube ich beide.
00:57:23: kann man eigentlich jetzt schon teasern oder brauchen wir nicht teaseren, in der Folge kommt ja nach der raus.
00:57:28: Die besten Beispiele dafür wie sowas aussieht im Alltag.
00:57:31: Selbst meine Kinder zum Beispiel, also meine Tochter, die jetzt zwölf geworden hat bis jetzt kein Smartphone einfach weil ich zu viel selbst, ich kann wahrscheinlich zu diesem zehn Prozent würde sagen die da von dieser sehr negativen Nutzung betroffen sind oder von einer grundsätzlich beruflich und so weiter alles verbunden.
00:57:51: Aber mit der Perspektive, die ein erst Moment wenn man so massenmedial hört einen sehr irritiert zu sagen Moment mal was?
00:57:59: wie ja Social Media verbindet es doch gut.
00:58:03: Ich muss sagen, ich merke mir sozusagen, je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto unsicherer, ob es die total richtige Entscheidung ist diese Absolut-Haltungen einzunehmen.
00:58:12: Und natürlich ist es die nicht irgendwo wahrscheinlich in den seltensten Fällen oder so mal meinen absoluten Ausnahmefällen sind die krassesten schwarz-weiß Lösungen die besten.
00:58:23: aber ich glaube sozusagen was mir auffällt wird immer unsichere auch meine absolute Haltung zu diesem.
00:58:29: wir machen das jetzt so Und ich glaube, das ist vielleicht auch ein ganz gutes Zeichen der Reflexion.
00:58:34: Ich weiß nicht, wie es dir geht?
00:58:35: Ja absolut!
00:58:36: Das ist vor allem immer noch dieser Satz, der mir immer wieder kommt Kinder haben einfach auch Rechte und Kinder haben das Recht mitzureden.
00:58:45: Also wir reden, das machen wir auch.
00:58:47: Wir reden ja jetzt ganz viel über Kinder.
00:58:49: Ja, richtig!
00:58:51: Wir reden ganz viel lieber Eltern und ganz viel liebe Kinder.
00:58:53: Wir sprechen zwar dann mit Eltern vielleicht oder mit anderen aber wir müssen auch jetzt unbedingt mal mit Kindern reden.
00:59:00: Ja man wir haben ja auch eine Radiosendung KIA & ERD die wir seit kurzem auch auf Spotify veröffentlichen.
00:59:09: Und wenn ihr Lust habt, meldet euch gerne bei unserem Team.
00:59:13: Vielleicht lässt sich da ja auch eine Kooperation machen mit Clio und eher anderen Studio-Gästen.
00:59:21: Sehr gern!
00:59:23: Johanna, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und die Sachen für uns eingeordnet hast aus Sicht der KIA in Salzburg.
00:59:30: Und ich wünsche dir alles Gute für deinen Einsatz und für alles was ihr mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft macht und sage herzlichen Dank für die Teilnahme bei uns im Podcast.
00:59:40: Kopf hoch!
00:59:41: Vielen Dank!
00:59:42: Vielen dank für die Einladung.
00:59:43: es war total ein schönes und spannendes Gespräch mit euch beiden.
00:59:47: Danke sehr und wir sehen uns beim nächsten Mal wieder wenn's heißt Kopf hoch Technologin im Griff und nicht dem Weg.
00:59:55: So ist es bis dahin!
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