„Wischen kann jeder, einordnen muss man lernen" - Die smartphonefreie Klasse. Ein Schulversuch aus Salzburg.
Shownotes
Florian erklärt, warum er bewusst auf eine Vereinbarung statt auf ein Verbot setzt, wie Peer Pressure wegfällt, wenn niemand ein Handy hat, und warum das Projekt wissenschaftlich von der PH Salzburg begleitet wird. Wir sprechen über die wohl wichtigste Unterscheidung der ganzen Debatte: Ein Gerät zu bedienen muss man nicht wirklich lernen – Inhalte einzuordnen schon. Oder, wie Florian es auf den Punkt bringt: Medienkompetenz ist nicht abhängig von einem Smartphone.
Es geht um die zentrale Rolle der Eltern, um die Grenze zwischen schulischer und familiärer Verantwortung, um die Frage, ob man das Problem damit nur um ein paar Jahre verschiebt – und darum, was ein gesunder Umgang mit digitalen Geräten in der Familie wirklich heißt.
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00:00:00: Hallo Marlene.
00:00:00: –
00:00:00: Hallo Max!
00:00:01: Willkommen zu einer weiteren Folge von Kopf hoch.
00:00:04: Technologien im Griff und nicht dem Weg.
00:00:07: Wir sind heute am BAG in der Akademiestraße mit dem Direktor Florian Wachter, hallo Florian.
00:00:13: –
00:00:13: hallo Güssig – halo
00:00:15: Vielen Dank dass du dir die Zeit nimmst.
00:00:17: Ja
00:00:18: Du hast ein sehr spannendes Projekt wo wir uns heute unterhalten
00:00:20: werden.
00:00:23: Magst du uns kurz sagen warum sind wir heute bei dir?
00:00:26: Gerne, ja.
00:00:27: also wir haben geplant oder werden es auch umsetzen im kommenden Schuljahr eine klasse Smartphone frei zu eröffnen.
00:00:35: Das bedeutet die Kinder, die kommen sollten in Klamathürfen auch Zuhause kein Smartphone haben.
00:00:43: das ist mal so.
00:00:43: die Intention.
00:00:45: Was war der Auslöser dafür?
00:00:47: Das zu tun?
00:00:49: Also es waren erste lene Gespräche oder ein Gespräch mit Freunden.
00:00:52: die haben wir kind in der vierten Klasse Vollschule.
00:00:56: Und da ist eben das Thema Smartphone ja oder nein.
00:00:59: Und irgendwie wollen sie es eigentlich nicht, alle anderen Kinder haben's aber schon und dann haben wir doch so im Nachgang wie konnte man denn dem als weiterführende Schule entgegenwirken?
00:01:09: Oder was könnten wir denn anbieten?
00:01:12: Und hab dann mir ein bisschen zum Recherchieren begonnen und auch so gefunden okay, es gibt Schulen in Deutschland die eben smartphonefrei sind.
00:01:20: Ja und dann wurde die Idee geboren und dann habe ich am nächsten Tag gleich mit einer Kollegin die bei uns fürs Internequalitätsmanagement zuständig ist gesprochen, was sie denn davon hält.
00:01:28: Und der sagt ja super Idee!
00:01:30: Das kann nur ein totaler Gewinn sein für alle Seiten und so ist es eigentlich ins Rollen gekommen.
00:01:36: Wie wird's so sagen?
00:01:37: unterscheidet sich das jetzt von dem Ansatz zu sagen?
00:01:39: Es gibt da Handyverbot an Schulen grundsätzlich?
00:01:42: Naja ich sehe das so.
00:01:44: natürlich sind da ganz stark gibt es ein starkes Interesse der Eltern.
00:01:49: Die sagen ich möchte eben kein Smartphone für mein Kind.
00:01:52: Ein Verbot ist halt immer So wie ihr das halt seht, bittet auch oder schafft Interesse für etwas.
00:02:01: Die Kinder die wissen okay sie dürfen es in der Schule nicht verwenden, dürften's in der Schule nicht.
00:02:05: verwende also das erleben wir ja auch tagtäglich an der Schule dass Handys abgegeben werden müssen weil es halt doch verwendet wird und der Griff zum Handy ist einfach... Unkompliziert und dann hat man es schon in der Hand.
00:02:18: Man kennt das selbst, wenn man da mal drauf schaut kann's einfach länger dauern, dann bleibt wie hängen... Also auch als Erwachsene ist man ja davon nicht gefeiert.
00:02:28: Genau!
00:02:28: Das ist für mich der große Unterschied.
00:02:30: Und der Vorteil ist natürlich, wenn wir Kinder ohne Smartphone in einer Klasse sammelt Da fallen einfach für Dinge weg, Peer-Pressure zum Beispiel.
00:02:38: So das ist einfach ein Faktor der dann wegfällt.
00:02:42: Wenn niemand ein Handy hat, muss man sich einfach anders beschäftigen.
00:02:47: Also es ist eigentlich wirklich so ein Parkt mit Eltern?
00:02:50: Den ihr jetzt als Schule eigentlich gemeinsam ...
00:02:53: Richtig!
00:02:53: Es ist eine Vereinbarung die zwar natürlich wir können's nicht bindend machen also wir können niemanden verbieten seinem Kind ein Smartphone zu kaufen.
00:03:03: trotzdem haben wir gesagt wir wollen einen Agreement dass die Eltern einfach, denen das auch entanliegen ist.
00:03:09: Aber ich gehe davon aus wenn man sein Kind anmeldet für eine smartphonefreie Klasse dann hat man schon einen gewissen Mindset und zu sagen ja das möchte ich.
00:03:19: Habt ihr da vorher schon mit Eltern gesprochen oder ist es erst so und danach gekommen?
00:03:23: also wir dann an die Mediengangersatzung gesagt haben wir machen das?
00:03:26: Genau!
00:03:26: Wir haben vorher nicht mit Eltern gesprochen.
00:03:28: wir haben einfach mal geschaut was passiert sind da mit den Medien in Kontakt getreten und gesagt, ist das interessant für euch?
00:03:34: Das war interessant.
00:03:35: Es war dann auch in den Salzburger Nachrichten auf der Titelseite vom Lokalteil.
00:03:41: Und das Echo darauf war wirklich größer als erwartet.
00:03:45: Also mir war irgendwie schon klar, dass wir da ein bisschen den Zeitgeist treffen und einen wunden Punkt.
00:03:52: aber dass es so gut ankommt, war eigentlich schon überraschend.
00:03:58: Also es wird jetzt dann eine Klasse geben.
00:04:00: Es wird eine Kasse geben, ganz genau also eine ganz normale große Klasse mit siebenundzwanzig acht und zwanzig Kindern die eben Smartphone frei startet.
00:04:11: Du hast ja schon gesagt dieser Sozialdruck der entsteht wenn ich sage einige haben das andere haben's nicht.
00:04:16: Ich baue im Prinzip zwei Welten auf Eine die digital existiert in privaten wo viele über Freundschaften zusammen treffen In der Vorbereitung Beim Treffen selber über die digitale Welt läuft und die decidiert sagen ich bin dann nicht Teil davon.
00:04:30: Im Prinzip versuchte er jetzt eigentlich diesen Sozialraum möglichst ausgeglichen zu gestalten, dass da kein Gefälle entsteht zwischen den, die uns haben und denen, die keins sind.
00:04:38: Aber was heißt denn jetzt handy-free wirklich in dem Modell?
00:04:41: Heißt es auch das sich zum Beispiel in der Freizeit an einem Wochenende tatsächlich zur Gänze verzichte?
00:04:46: und wo sieht man die Grenze?
00:04:47: Spielekonsolen, Tablets, Computer, Mediennutzung digitalen.
00:04:52: Also wir haben uns tatsächlich mal einfach nur auf das Smartphone konzentriert.
00:04:56: Und uns ist es schon anliegen, dass die auch zu Hause am Wochenende kein Smartphone verwenden.
00:05:00: Was sehr wohl möglich ist, ist, dass sie ein Dumpphone haben.
00:05:04: Also Tastenhändi oder... Es gibt ja unterschiedliche Handys, die ausschauen wie Smartphones aber keine smarten Funktionen haben in dem Sinn.
00:05:11: Sowas ist natürlich möglich weil es spricht nichts dagegen erreichbar zu sein.
00:05:15: Auch für Kinder!
00:05:17: Ich glaube das wäre... irgendwie rückwärts gewandt, wenn man sagt die Kinder dürfen auch nicht erreichbar sein.
00:05:26: Wie
00:05:28: sozusagen was er hoffst?
00:05:30: also jetzt mal ganz ganz grob gesprochen?
00:05:31: Was erhoffst du dir eigentlich als Ergebnis von diesem Experiment?
00:05:35: Wo würdest du sagen es war voll und wo wir zu sagen sind die Hose gegangen?
00:05:40: Genau also wir lassen das ganze auch wissenschaftlich begleiten durch die pH Salzburg, wo einfach auf Leistungen geschaut wird, wo die Konzentration angeschaut wird Und ich denke, es wäre ein Erfolg wenn man da Unterschiede sieht.
00:05:55: Aber nicht nur das also es geht auch um soziale Komponenten.
00:05:58: Ich freue mich wenn ich in den Pausenkindern sehe Kinder sehe die miteinander spielen Die sich unterhalten in dem Pausen.
00:06:06: Als Beispiel wir haben ja schon im letzten Jahr ein komplettes Smartphone oder Handyverbot in der Schule eingeführt Also nicht nur für die Unterstufe Auch für die Oberstufer.
00:06:16: Da gab's natürlich großen oder starken Gegenwind, vor allen Dingen aus der Oberstufe.
00:06:21: Aber die waren kreativ und haben sich dann walkie-talkies mitgenommen.
00:06:24: Das habe ich total cool gefunden!
00:06:25: Und da hat man gedacht okay genau das ist es eigentlich was wir bewirken wollen.
00:06:31: Und da rede jetzt noch gar nicht davon von den Gefahren von Social Media.
00:06:34: Das sind natürlich alles Dinge die damit einfallen aber uns als Schule geht's darum dass die Kinder wieder ein anderes zu einander finden das jetzt nicht über digitale Kommunikation läuft.
00:06:48: Jetzt ist ja so grundsätzlich, viele Länder rudern wieder zurück.
00:06:52: Digitale Unterricht, digitale Klassentafel – all diese Themen!
00:06:56: In Österreich ist es aber noch gängige Praxis.
00:06:58: Wir haben Teil digitaler Unterricht.
00:07:00: auch bei den höheren Schulen ist das ganz zentrale Bestandteil.
00:07:02: wie geht's hier damit um?
00:07:04: Ist es weiterhin Leerteilbestand also Teil des Lehrplans?
00:07:08: Wie handhabt ihr das
00:07:10: in der Praxis?
00:07:11: Als Realgymnasium haben wir zwei Schwerpunkte, bei uns gibt es einerseits den Labor-Schwerpunkt und andererseits den Informatikschwerpunkt.
00:07:19: Natürlich ist es wichtig dass die Kinder da auch mit digitalen Endgeräten sprich Laptops ausgestattet sind.
00:07:24: Und das ist ja auch kein Widerspruch der Zugang zu digitalen Medien den muss man natürlich vermitteln.
00:07:31: Also es sieht der Lehrplan vor und davon gehen wir natürlich auch nicht weg, es gibt ja seitens des Bundes die Geräteinitiative.
00:07:37: das heißt alle Kinder die in die Sekundarstufe eins wechseln bekommen ein Endgerät wo die Schule zwar auswählen kann welches also ist es Tablet oder ein Laptop?
00:07:48: Oder ein iPad?
00:07:50: Und das wird natürlich bleiben weil uns das auch wichtig ist gerade in der Informatik dass die Kinder da mit dem Lehrplan wenn wir auch im Schulautonomen-Lehrplan beschult werden.
00:08:00: Also wir wollen da niemanden von der Technik abschneiden, aber es ist halt ein Unterschied ob ich informatische Kenntnisse habe oder ob ich wischen kann auf dem Handy.
00:08:10: Genau und das eine muss sich nicht lernen, das kann ja etwa bei einem vierjährigen Kinderhandel in die Hand druckt dann weiß das was damit zu tun ist.
00:08:18: in etwa
00:08:19: Das wäre jetzt auch einer der Fragen gewesen.
00:08:20: im Sinne Die Kritik an solchen Experimenten ist ja mit dir zu sagen, die Kinder müssen sehr lernen und so weiter.
00:08:28: Aber aus deiner Sicht, wenn ich dich richtig verstehe, würdest du dem ein Riegel vorschieben und sagen es hat nichts mit Lernen zu tun das Smartphone zu bedienen?
00:08:34: Das ist so einfach, dass jeder kann auch auf vierjährige viele Jahre gehört.
00:08:39: der das einfach neu in die Hand bekommt kann es intuitiv
00:08:42: sehe ich so.
00:08:43: oder intuitiv vielleicht nicht.
00:08:44: aber man die sehen das ja die Eltern haben Smartphones überall sind Smartphones.
00:08:48: das heißt die Kinder sehen das und lernen das halt Einfach ein Modell Das ist halt ein Modell-Lernen.
00:08:54: Aber ist es dann nicht vielleicht auch so, um jetzt auch da kritisch zu bleiben dass man das Problem dann vielleicht auch nur ein bisschen verschiebt um ein paar Jahre?
00:09:04: Ja sehe ich schon so.
00:09:07: die Frage ist nur wollen wir nicht auch die Kinder davor bewahren zu früh damit in Kontakt zu kommen?
00:09:13: also ich möchte klar sagen also ich bin ja kein Gegner des Smartphones Also ich benutze es selbst und bin ein Fan davon von vielen Funktionen.
00:09:23: Aber ich glaube, je älter man ist, desto eher hat man die Fähigkeit einfach auch einzuschätzen.
00:09:28: was sehe ich denn da?
00:09:31: Beispielsweise Anruf bekomme von Eltern, von Kindern der ersten Klasse.
00:09:36: Die mir berichten das Kind hat beim anderen Kind am Handy auf TikTok ein Enthauptungsvideo gesehen und dann muss ich sagen da schrillen bei mir alle Alarmglocken und sowas ist für alle schwer einzuordnen und schwer nachzuvollziehen aber für zehnjähriges Kind noch mehr.
00:09:52: Und das ist so ein bisschen der Grund dass wir sagen also natürlich musste es erlernt werden.
00:09:57: Aber erstens wie man schon gesagt immer so kompliziert ist nicht Und wenn die Kinder etwas schadete, sicher gar nicht.
00:10:04: Es ist ein extrem wichtiger Punkt aus meiner Sicht weil diese Diskussion muss entkoppelt werden von ich muss Konsumation auf diesem Gerät lernen.
00:10:16: es ist so vorbereitet dass ihr nichts lernen musst.
00:10:18: das mache ich an und dann läuft diese Kiste von alleine.
00:10:21: aber und das ist auch das wo du dafür eintrittst die Kompetenz zu erlernen einzuschätzen was sich da anschauen ist was man nicht auf diesem gerät lernt wenn ich dich richtig
00:10:29: verstehe Das sehe ich so.
00:10:31: Medienkompetenz ist nicht abhängig von einem Smartphone.
00:10:35: Das zum Beispiel sehr zentrale, sehr wichtige Aussage.
00:10:39: Wie siehst denn du das Verhalten der Eltern entscheidend für dieses Experiment?
00:10:43: Was können Eltern tun im Alltag um den Erfolg dieses Experiments zu unterstützen?
00:10:50: Also prinzipiell sehe ich die Rolle der Eltern als zentraler, weil es sieht da auch eine Schwierigkeit.
00:10:56: also Ich behaupte jetzt mal, wir sind alle in einem ähnlichen Alter.
00:11:00: Unsere Kinder sind ungefähr so meine Kinder zum Beispiel Anfang Gymnasium beziehungsweise nach Volksschule und ich glaube wir sind die erste Generationen mit diesem Problem überhaupt konfrontiert ist dass der eigene Kinder quasi mit Inhalten konfrontieren werden mit denen sie nichts anfangen können oder die sich nicht einordnen können.
00:11:22: Und das ist eine riesige Challenge für uns als Eltern oder für Eltern generell.
00:11:27: Da auch zu sagen im Moment, ich muss mein eigenes Verhalten auch hinterfragen und schauen, habe ich nicht selbst ein problematisches Verhalten am Smartphone oder am digitalen Endgerät.
00:11:38: Und ich glaube da ist es ganz wichtig dass auch Elternarbeit betrieben wird.
00:11:41: das machen wir auch.
00:11:42: also wir haben schon einen Elternabend organisiert gemeinsam mit dem Elternverein wo sie eben um die Nutzung von Social Media gegangen sind.
00:11:51: Das ist wie man sagt der Casus Knackus.
00:11:55: Das ist natürlich zentral, weil die Kinder können es nicht einordnen.
00:11:57: Die brauchen Hilfe dabei gerade die Kleinen und das sind die Eltern.
00:12:02: Und da braucht's aus meiner Sicht noch viel mehr Aufklärungsarbeit was wir als Schule natürlich auch nicht in so einem Umfang leisten können.
00:12:12: Es gibt wahrscheinlich auch sehr viele Eltern die sagen also das ist meine absolute Privatsache.
00:12:17: Das hat die Schule überhaupt nicht zu.
00:12:19: zu bestimmen, also die Grenze finde ich auch so spannend.
00:12:22: Wo ist die Verantwortung der Schule und wo ist die Verantwortung der Familie dabei?
00:12:26: Und ja, wieso braucht es die Schule oder eben jetzt nicht in einen Direktor das sagt wir machen das jetzt so und da fühlen sie wahrscheinlich auch viele Eltern auf dem Schlimmsgetreten denke ich mal.
00:12:36: Ja
00:12:36: weiß ich gar nicht weil sie sehr freiwillig.
00:12:38: Also es gibt ja keine Verpflichtungen dass man das macht und das ist für mich schon ein bisschen Voraussetzungen.
00:12:44: Ich glaub, soweit darf sich auch die Schule dann nicht einmischen oder kann sich die Schule gar nicht einmischen und zu sagen so.
00:12:50: Wir nehmen gar niemanden mehr mit Smartphone sondern wir probieren es jetzt mit einer Klasse Und auch das ist freiwillig und das ist schon wichtig weil natürlich ich möchte die Eltern nicht bevormunden aber ich möchte Möglichkeiten schaffen um eben das auszuprobieren und ich glaube dafür ist das ja wirklich ein gutes Projekt.
00:13:14: Das kann natürlich dann auch sein, dass nach ein paar Jahren schon die ersten Smartphones wahrscheinlich sicher auf Poppen werden in der Klasse.
00:13:24: Das ist nicht unwahrscheinlich.
00:13:25: Wir haben gesagt wir machen das jetzt mal für einen Jahr und schauen wie läuft es?
00:13:29: Und wir bleiben da in einem... regelmäßigen Austausch mit den Eltern, aber auch mit den Lehrerinnen und Lehrern.
00:13:36: Die Zuge dieser wissenschaftlichen Untersuchungen ja auch mit dabei sind und gefragt werden.
00:13:41: Und dann muss es einfach eine gemeinsame Entscheidung sein, die auf einem Konsens irgendwo einfach fußt.
00:13:48: Wie geht der denn mit dem Thema um?
00:13:50: Jetzt gibt's die einen Klasse, aber die anderen Klassen sind ja dezidiert nicht smartphonefrei oder normale Klassen.
00:13:55: Wie verhindert man das so in einer zwei-Klassen-Gesellschaften?
00:14:02: Aber so eine Art, also praktisch sind Gefälle zwischen der Klasse die Hennifreise und den anderen Klassen entsteht.
00:14:06: Gibt es da einen?
00:14:07: Gibt's
00:14:08: glaube ich keine Möglichkeit wie keiner die Klassen nicht trennen.
00:14:11: Also sie sind auch in gewissen Unterrichtsfächern einfach gemeinsam drinnen.
00:14:15: Die Möglichkeit gibt´s nicht!
00:14:17: Da muss man wieder auf die Eltern verweisen.
00:14:24: Also meine große Hoffnung wäre ja, dass die Kinder in der smartphone-freien Klasse das total cool finden.
00:14:31: Wir sind in der smartphone-freiem Klasse und es ist einfach ein USP dieser Klasse auf den sie auch stolz sind.
00:14:38: Und dass ich das so zu sagen dadurch dann gut etablieren kann und dass man dem vorgreift, dass man sagt okay, es entsteht eine Zweiklassengesellschaft oder eine Gefälle.
00:14:49: Ehmann, der ORF hat jetzt mit der DOG I Studie zu dem Thema im Prinzip schon die Grundlagenarbeit dafür gelegt, so zeigen es gibt da Effekte und ihr sozusagen exerziert das jetzt nochmal also deutlich konsequenter durch.
00:15:05: Also großen Respekt davor.
00:15:10: Was heißt das eigentlich für die Lehrkräfte?
00:15:11: Bedeutet es da spezielle Ausbildungen oder im Prinzip ein spezielles Vorbereitung?
00:15:18: wie sieht es von der Seite aus nach innen was man den Mitarbeiterinnen damit auf den Weg geht.
00:15:24: Also ich glaube, dass wir im Kollegium eine sehr breite Zustimmung haben was das anbelangt.
00:15:32: die Kolleginnen und Kollegen sehen, dass die Probleme, die durch Smartphones entstehen besondere Schulungen haben wir nicht geplant.
00:15:41: es gibt jetzt da auch kein pädagogisches Konzept dazu.
00:15:45: Es ist aus meiner Sicht gar nicht nötig.
00:15:46: es ist irgendwie relativ selbsterklärend was unsere Intention ist.
00:15:51: Ich habe eben schon die Rückmeldungen aus dem Kollegen bekommen, dass das wirklich gut gefunden wird und dass da alle dahinter stehen.
00:16:00: Sonst könnten wir sowas auch natürlich gar nicht machen.
00:16:02: Also da braucht es viele Schultern, die das mittragen.
00:16:04: Ja genau.
00:16:06: Weil du jetzt nochmal angesprochen hast ganz kurz die Probleme aus deiner Sicht?
00:16:11: Weil immer wieder sozusagen Implicit davon gesprochen wird ja die Probleme, die durch Smartphone entstehen usw.
00:16:16: Aber aus deiner Sicht, was sind denn eigentlich die Probleme von Smartphones, die für Schülerinnen und Schülern entstehen?
00:16:21: Genau.
00:16:21: Also ich glaube es ist in erster Linie Social Media diese permanente Angst zu versäumen.
00:16:29: Es ist sicher nicht der gemeinsame Familienkalender wo man sagt das ist problematisch.
00:16:34: oder wenn man mit jemandem telefoniert oder von mir sauer WhatsApp schickt.
00:16:39: Das Problem ist einfach nur die Intensität von dem Ganzen Und das weiß man ja, da gibt es ja unzählige Studien mittlerweile dazu.
00:16:47: Das Social Media und vor allen Dingen alles was so wahnsinnig kurzes Tiktok oder irgendwelche Shorts, dass das einfach problematisch ist für alle, aber für Kinder ganz besonders.
00:16:58: Also ich würde Sie eingangs erwähnt, ich sehe nichts Problems am Smartphone und ich schätze viele der Möglichkeiten die er dadurch hat.
00:17:07: Das möchte ich überhaupt... also darum geht's uns nicht!
00:17:12: Aber die Probleme liegen einfach darin, dass die Kinder Inhalte schlecht einordnen können.
00:17:17: Weil sie einfach die Reifen noch nicht haben.
00:17:20: Die sie natürlich im Laufe der Schulzeit bekommen sollten.
00:17:23: zu sagen was sind Inhalten denen ich vertrauen kann?
00:17:27: Was sind Inhalten die ich anzweifeln muss?
00:17:30: Wo immer die Frage stellen muss Kann denn das so sein?
00:17:33: und Dass man dann auch weiß wo muss Ich den nachschauen?
00:17:36: oder wo kann ich Nachschauen?
00:17:38: also Ich bin jetzt kein Illusionist, der sagt wir müssen dazu übergehen dass die Kinder wieder in Bibliotheken gehen.
00:17:47: Nicht nur, also natürlich ist es wichtig das sie diese Kulturtechnik kennenlernen und auch wissen wie finde ich ein Buch in einer Bibliothek?
00:17:54: aber das Internet hat sich in den letzten was nicht dreizig Jahren zu einem wirklich einen guten Ort entwickelt wo man fundierte Informationen finden kann.
00:18:07: aber man muss halt wissen wie.
00:18:09: Und man muss einfach kritisch bleiben und nicht sagen, wenn ChatGPD das sagt dann ist es so.
00:18:13: Sondern man muss wissen okay wie funktioniert denn überhaupt so ein Large Language Model oder wie ja immer?
00:18:18: also das sind die Dinge die die Kinder lernen sollen?
00:18:21: Und da sind wir wieder bei dem Punkt dass wir natürlich einen Informatikunterricht haben aber auch darum geht und nicht nur im Informatikanterricht sondern generell im Unterricht die Kinder zum mündigen Erwachsenen heran zu erziehen.
00:18:42: Das ist überhaupt nicht an dich persönlich gerichtet, aber sozusagen wieso braucht es eigentlich ein Direktor der einfach sagt ich stell mich jetzt hin und mach das jetzt.
00:18:51: Wenn wir mittlerweile doch eigentlich immer mehr Beweise dafür sehen dass es so ein Problem ist.
00:18:57: Wieso?
00:18:58: Wieso braucht's dich jetzt in deiner Rolle dazu, dass man sagt hier im Moment mal... ...das ist ja ein Problem!
00:19:03: Wir müssen da was tun.
00:19:04: Man sagt das eigentlich über uns aus als Eltern, als sozusagen... Erwachsene, die da jetzt irgendwie gefühlt ratlos auf der Vorstellung sind.
00:19:18: Ja was mache ich jetzt?
00:19:19: Was soll ich jetzt tun?
00:19:22: Schwierig zu beantworten.
00:19:23: Ich glaube es ist halt niemand fühlt sich gerne ertappt.
00:19:26: man weiß selbst vielleicht auch dass das eigene Verhalten nicht in Ordnung ist also das Verhalten mit einem Smartphone und warum braucht's jetzt jemanden der sich hinstellt?
00:19:37: Es war der Zufall, dass ich diese Idee hatte.
00:19:40: Das ist ja auch gar nicht meine Idee.
00:19:42: aber das wir halt drüber gesprochen haben und dass ich dann sagen okay da gibt es schon was.
00:19:46: Das hätte genauso gut jemand andere Direktor ein Antragdirektor sein können oder sonst jemand.
00:19:51: also war sie nicht wirklich.
00:19:55: Du siehst jetzt auch einen pragmatischen Zugang den wie auch sehen im Sinne von Heiß geht um diesen Griff zu kriegen und gesagt wir müssen jetzt irgendwo anfangen in deiner Rolle.
00:20:04: als du jetzt für dich gesagt hey Klasse!
00:20:06: Wir machen es jetzt und wir probieren uns und schauen was passiert
00:20:08: genau.
00:20:10: Und das Interesse ist so groß, also dass jetzt auch andere Schulen da schon Interesse
00:20:13: haben?
00:20:14: Genau.
00:20:14: Also ich war mit unterschiedlichen Schulen bundesweit in Kontakt, die sie bei mir eben angerufen haben oder geschrieben haben, aber würden das auch gerne machen.
00:20:22: können wir mal telefonieren wie hast du das umgesetzt oder was hast Du für Schritte eingeleitet?
00:20:28: ja genau und da gibt es jetzt einige Schulen in Österreich, die das machen oder die das eben auch machen wollen.
00:20:36: Da gibt's eine gute Vernetzung.
00:20:37: Es wird für nächstes Jahr, dann für kommende Schuljahr auch so ein Vernetzungstreffen oder mal einfach ein lockeres sich unterhalten im Zuge von einem Videocall mit den ganzen Schulen die da mitmachen geplant und schauen wir mal wenn man sie dann einfach austauschen kann.
00:20:52: das ist natürlich wichtig weil es noch keine Erfahrungswerte gibt.
00:20:56: Aber jetzt ist eben der Pilot für einen Jahr und das wird wissenschaftlich begleitet.
00:21:00: Richtig
00:21:02: Wie ist denn der Ausblick?
00:21:03: Wenn das jetzt erfolgreich sein sollte für dich.
00:21:06: Also wir werden es auf jeden Fall wieder anbieten, auch dann für das übernächste Schuljahr.
00:21:11: Auch wieder wissenschaftlich begleiten lassen.
00:21:13: oder ist das jetzt so?
00:21:13: Da muss man jetzt mal schauen wie die Ergebnisse sind und... also es hängt ja nicht nur von uns ab.
00:21:19: Das müssen natürlich auch die pH in dem Fall sagen okay, wir wollen das noch weiter begleiteten oder nicht.
00:21:24: Wir müssen jetzt mal sehen wie's läuft.
00:21:26: aber mein Eindruck ist dass es wichtig ist, dass es das gibt und ich möchte das auf jeden fall weiterführen Also auch in den kommenden Schuljahren.
00:21:36: dann und vielleicht kann man dann sagen, wir bieten es jetzt nicht für eine Klasse an oder nur für ein Schuljahr sondern man sagt okay.
00:21:44: Für uns ist Voraussetzung dass das mir auf jeden Fall für zwei Schuljahre läuft.
00:21:48: Aber das sind dann so Learning-Steamer halt jetzt einfach noch nicht haben wo man einfach schauen muss wie entwickelt sich das?
00:21:57: Also erstmal zeigt sie wieder kleiner Impuls kann schon eine Veränderung setzen.
00:22:01: also klein ist der Impuls ja gar nicht mehr sondern das ist ja schon eine große Sache.
00:22:05: Also wirklich mal vielen Dank dafür, dass du dich da so einsetzt.
00:22:09: Ich find's extrem wichtig zu sehen, dass es Menschen in deiner Rolle gibt die einfach sagen... Dich jetzt gibt in deine Rolle das sagt hey wir müssen noch was tun, wir müssen konkret werden und dieser pragmatische Zugang ist einer den wir beide auch sehr uns ans Herz legen und zu sagen was können wir jetzt einfach tun?
00:22:25: Anstatt lang drüber umzureden macht sie Sinn oder nicht kann man sondern einfacher sagen wir probieren es aus.
00:22:32: vielleicht noch zum Abschluss Wir haben ja dieses Thema im Griff.
00:22:36: kriegen und nicht im Kopf hoch heißt er sozusagen sprichwörtlich, wird schon ganz sinnbildlich auch den Kopf nach oben tun von den Geräten.
00:22:45: Was heißt denn für dich ein gesunder Umgang mit digitalen Geräte in der Familie?
00:22:50: Ich glaube es ist wichtig dass man ganz klare Zeiten hat wo es möglich ist das Gerät in der Hand zu haben.
00:22:55: Und ich glaube es gibt aber auch Zeiten wo's wichtig ist dass die Geräthe weg sind.
00:23:02: Gemeinsames Abendessen, gemeinsames Mittagessen.
00:23:06: Ich finde da muss das Handy nicht dabei sein.
00:23:12: Für mich ist das Handy auch ein Arbeitsgerät.
00:23:15: Ich hab meine E-Mails drauf und meinen Kalender drauf.
00:23:19: Den Kindern zu sagen ok jetzt ist die Zeit wo ich arbeite und es kann sein dass sich das Handy in der Hand habe Und dann können die auch gerne schauen, was macht der Papa gerade?
00:23:31: Dann sehen sie okay da ist kein Spiel oder Social Media.
00:23:33: Sondern da schaue ich halt irgendwas nach...
00:23:36: Kein Candy Crush!
00:23:39: Genau und ich glaube das ist für die Familie wichtig.
00:23:43: also ganz bewusst einfach mal drauf zu verzichten oder sagen im Urlaub lasst mir die erste Woche mal das Handy ausgehalten oder nur eines eingeschalten damit wir erreichbar sind oder so.
00:23:54: Ich glaub dass es wichtig ist Und ich meine, ich sehe es ja bei meiner eigenen Tochter.
00:23:57: Es ist nicht leicht, Kindern sowas zu lernen.
00:24:01: Also man kann natürlich Händezeit einschränken und dann kann der Maßnahmen treffen aber es ist ... Der Reiz bleibt.
00:24:10: Und darum glaube ich, kann das echt nur funktionieren wenn man da als Familie gemeinsam drauf schaut?
00:24:14: Das ist auch ein großes Anliegen von unserem Elternverein.
00:24:16: also die da in Richtung der Eltern schon gesagt haben okay wir versuchts das mal zu Hause so die da eine Abschläge geben und auffordern, einfach mal bewusst darauf zu verzichten.
00:24:29: Und ich glaube das ist die Quintensessenz es sich bewusstzumachen ganz bewusst das wegzulegen.
00:24:37: Genau.
00:24:38: Cool!
00:24:40: Florian vielen Dank fürs Gespräch und deine Anseits
00:24:42: war sehr kurzweilig.
00:24:43: Vielen Dank.
00:24:44: Gleichfalls und viel Erfolg für alles was jetzt kommt in Zusammenhang mit dem Experiment und den Projekt.
00:24:51: Alles Gute
00:24:53: Vielleicht drehen wir dann eben
00:24:54: noch mal.
00:24:55: Genau,
00:24:56: gerne!
00:24:56: Hoffentlich
00:24:56: reden wir in einem Jahr nochmal wieder und du kannst uns erzählen von dem wie erfolgreich das alles war und was es für ein positiver Sack
00:25:02: ist.
00:25:02: Ich würde mich freuen.
00:25:04: Vielen Dank.
00:25:04: Danke sehr.
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